der Bremsen-Weg 29.6.15 von der Burg Katlenburg nach Hattdorf a.Harz

Warum Bremsen? Dazu gleich mehr…   Ich bekam ja Samstag Überraschungsbesuch von Freunden aus Bremen und die nächste Überraschung kam gestern Abend, Vanessa würde mitlaufen, das war ja gerade zu perfekt. Sie war schon früh da, so dass wir alles in Ruhe angehen konnten und dann zur Burg Katlenburg düsten. Torsten Runge war auch schon da und wir tranken noch zusammen einen Cappuccino, ich erzählte ihm von dem tollen Bericht im Göttinger Tageblatt und er wollte ihn noch unbedingt durchlesen, bevor wir los gingen.
Da stieß eine junge Frau zu uns, vom Eichsfelder Tageblatt, die anschließend Bilder vom Start machte. Wir redeten noch ein wenig, jeder ging noch mal in den sanitären Entspannungsbereich, ehe es los ging. Wir wurden noch auf einen Blitzer hingewiesen, der direkt in der 30 Zone, in einer Kurve sehr versteckt aufgebaut war. Na mal gut, stellt euch nur mal vor 😉 die hätten Augen gemacht 😉   Also langsam um die Kurve gelaufen, Augen offen gehalten, entdeckt und vorbei geschlichen. Alles gut gegangen.

Wir hatten einen sehr schönen Radweg links neben der Fahrbahn und konnten die Aussicht genießen. Ich hatte den Duft von frischen Erdbeeren in der Nase und mir lief sofort das Wasser im Mund zusammen. Ich hoffte sehr, dass diese rechts von der Straße befinden, aber sie waren nur 2 Meter von mir weg, als sie im Auge hatte. Da war ein Zaun, aber wie könnte man diesen überwinden?! Drüber springen? Neeee, vielleicht als Känguru mit Anlauf, aber ich? Ich schaff keine 10 cm hoch. Drunter durch ging auch nicht, dann sah ich jemanden mit einer Motorsense zwischen den Reihen durch mähen, vielleicht fliegt mir die eine oder andere entgegen?!  nein :-(  Ich erntete eher spezielle Blicke. Naja, dann eben nicht.

Wir kamen durch Lindau und suchten unseren Feldweg, da trafen wir einen ganz lieben Mann, mit einer Continental Hose an, er gratulierte mir zum Geburtstag und wünschte mir für mein Projekt alles Gute. Das fand ich echt süß. Er half uns auch mit der Feldwegfindung, da stehen nun mal keine Schilder. Die Sonne bruzzelte gnadenlos, ja ich weiß, bei Regen hat sie gemeckert und nun auch bei Sonne. Aber so ganz ohne Schatten wird das echt kuschelig. Ich wünschte mir einen Bikini an die Figur und Sonnencreme. Vanessa hatte ein wenig mit Flugtieren zu tun, diese abzuwehren, was mich immer wieder lachen ließ.

Wir kamen in Wulften an und sie hatte die gigantische Idee mit der Papiertonne :-) Selbige mit Wasser füllen und ungeniert rein springen. Uns hinderte daran nur eine Tatsache, die Tonnen waren noch voll. Müssen wir uns erst einmal mit einem Bäcker zufrieden geben. Da gab es einen bei Netto, aber auch da war die Bestuhlung in der Sonne, aber es war dennoch angenehm.

von der Burg Katlenburg nach Hattdorf a.Harz
von der Burg Katlenburg nach Hattdorf a.Harz

Wir gingen weiter und suchten unseren Rad- oder Feldweg, aber nichts. Oh man, dann wird´s wieder unangenehm, direkt an der Straße. Wir hofften auf Rücksichtsvolle Autofahrer. Aber wie auch auf den vergangen Strecken hofften wir bei vielen umsonst. Es wurde weder abgebremst, einige machten nicht mal etwas Platz, obwohl wir darauf achteten, ob gerade Gegenverkehr kommt. Das finde ich nicht nur schade, sondern auch super anstrengend. Apropos abbremsen… Bremsen…davon hatten wir dann doch genug, sie schwirrten um uns herum. Ich fragte Vanessa, ob wir so riechen würden? Oder gar wie Pferde…Nein, so schlimm war es noch nicht. Ja wir waren sehr verschwitzt, aber soooo? Wir wurden überfallen, von „nichtbremsenden“ Autofahrern und „Körperbremsende“ Bremsen. Wir haben beide einige Stiche kassiert. Dann bewaffneten wir uns mit Pflanzen zum wedeln und vermutlich dachten einige, die uns sahen, ein rituelles Körpergewedel 😉

Wir kamen endlich an, in Hattdorf, die ersten hunderte Meter sogar ohne Fußweg, immer noch auf der Straße laufend, aber dann kamen wir ganz schnell ans Ziel. Der Bürgermeister, nochmal ein Herr Kaiser, und Dieter empfing uns in der Eisdiele „Dolce Vita“, ach perfekt bei dem Wetter. Die Chefin begrüßte uns dann auch noch und wir bekamen von Herr Kaiser eine lecker Eisschokolade. Am liebsten wäre ich in den Becher gesprungen und um so länger wir mit Eis im Schatten saßen, um so mehr kam hervor, dass wir uns ganz schön verbrannt haben. Wir hatten noch ein tolles Gespräch mit Herr Kaiser und dann sind wir nach Hause gefahren, nun heißt es duschen, bevor noch mehr Bremsen mich schnuppern 😉

Mittwoch wird es noch wärmer und ich ziehe den Bikini in Erwägung 😉 Dann geht´s von Hattdorf nach Herzberg, ich freue mich auf einen neuen Tag, bis dahin Eure Kathi :-)

26.6.15 der Drachen- und Koboldweg vom Theater der Nacht zur Burg Katlenburg

Heut war für mich schon wieder ein besonderer Tag, ich wußte Frau Kolle (O.R.T.) begleitet mich heute, dazu noch Daniel, Christian (Hallo Mittwoch) Dieter (Imprints) und ich würde heute die 200 Km knacken *Händereib* und ich wusste auch schon wo 😉  ich hab die halbe Nacht an der Karte gesessen, damit ich diesmal die runde Zahl „feiern“ kann.

Drachen- und Koboldweg  vom Theater der Nacht zur Burg Katlenburg
Drachen- und Koboldweg vom Theater der Nacht zur Burg Katlenburg

Aber jetzt erst einmal zum „Theater der Nacht“ in Northeim, da wartet eine Führung durch ein „verwunschenes Haus“. Wir wurden noch mit lecker Kuchen und Leckereien gestärkt und dann ging es los, es sind einige Besucher gekommen, das freute mich sehr. Auch viele, kleine Geschenke gab es, darüber freut man sich ja noch mehr.

Wir wurden von Ruth Brockhausen als erstes in den Keller geführt, sie zeigte uns die Stelle, wo der Rotschuppendrachen lebte und wieso dieser beschützt werden müsse. Aus diesen einzigartigen Schuppen ist eine geniale Wendeltreppe gebaut werden, die sieht toll aus, das müsst ihr gesehen haben.

Drachen- und Koboldweg  vom Theater der Nacht zur Burg Katlenburg
Drachen- und Koboldweg vom Theater der Nacht zur Burg Katlenburg

Danach ging es zu dem „Parketkobold„, der wurde zum Glück gefangen, in einem Schrank, da sitzt er bis heute und wartet auf viele Besucher 😉

Drachen- und Koboldweg  vom Theater der Nacht zur Burg Katlenburg
Drachen- und Koboldweg vom Theater der Nacht zur Burg Katlenburg

Ich durfte sogar auf die Bühne und für mich war es wieder wie im Kinderzimmer und wir durften alles anfassen. Frauen gucken ja immer mit den Händen, wenn auch Schilder befestigt wären mit der Aufschrift „Bitte nicht berühren“, heimlich grabschen wir Frauen alles an 😉

Ich hatte die Schuhe von Frau Mond in  der Hand und ich konnte an keiner Puppe vorbei gehen, ohne sie nur mal nebenbei anzufassen. Und dann durften wir sogar in die Werkstatt.

Drachen- und Koboldweg  vom Theater der Nacht zur Burg Katlenburg
Drachen- und Koboldweg vom Theater der Nacht zur Burg Katlenburg

Da saßen Heiko und seine Helferin und bastelten an neuen Kreationen. Ich war sehr beeindruckt. Um ehrlich zu sein, wollte ich so recht gar nicht laufen jetzt, sondern eher mir noch eins der tollen Stücke anschauen, aber das verschiebe ich auf bald :-)

Wir gesellten uns vor der Tür zusammen und zählten noch einmal durch, ja es waren alle zusammen und wir gingen langsam los, denn ich liebäugelte noch mal mit dem Kuchen. Aber ich wusste ja, dass es unterwegs noch etwas gibt. Es war für mich sehr angenehm, soviel nette Leute um mich zu haben. Das war großartig.

Wir mussten ja nur 4,35 Km, denn dann hatte ich die 200 voll. Das war mitten in Hammenstedt.

Drachen- und Koboldweg  vom Theater der Nacht zur Burg Katlenburg
Die 200 km sind geschafft!

Wir kamen an, machten ganz viele Bilder, denn schließlich wollte ich es auf Bild haben. Stefan kam mit seinem Bus vorbei, hatte ganz viele Kaffee an Bord und alle wurden versorgt. Großartig!

Die Campingstühle standen bereit und etwas Musik dudelte im Hintergrund.

Drachen- und Koboldweg  vom Theater der Nacht zur Burg Katlenburg
Drachen- und Koboldweg vom Theater der Nacht zur Burg Katlenburg

Als wir nach ein paar Minuten los wollten, verabschiedeten sich Christian und Daniel, denn beide mussten noch arbeiten und dafür kam Stefan weiter mit und los ging´s.

Wir unterhielten uns über Neuigkeiten, da ich Stefan länger nicht gesehen habe und mit Renate über ihre Töchter und die Natur. Die beiden mussten mir zustimmen, wie herrlich klein man sich in dieser Natur fühlte und ich regte mich immer wieder über den Müll am Straßenrand auf. Ich muss ja zugeben, ich hab mich auch gerne mal einer Bananenschale entledigt, aber ich sehe das inzwischen anders. Macht es besser und wie ich inzwischen, ich habe eine kleine Tüte für den Müll, oder ich lege es kurz in den Fußraum im Auto, denn irgendwann kommt ein Mülleimer.

Drachen- und Koboldweg vom Theater der Nacht zur Burg Katlenburg
Drachen- und Koboldweg vom Theater der Nacht zur Burg Katlenburg

Wir waren inzwischen in dem Ort Katlenburg und Renate meinte, wie ich, so weit war es gar nicht, es war nicht zu warm, nicht zu kalt. Aber auf den letzten Metern  musste der Himmel nochmal ordentlich niesen. Das hätte jetzt auch nicht mehr sein müssen. Wir Krabbelten den Berg zur Burg hoch, da kam der Kleinbus vom Hotel der Burg Katlenburg und wollte uns abholen, aber auch ihm musste ich sagen, dass ich laufen wollte.

Die beiden Mitläufer haben sich bestimmt gewünscht mitfahren zu dürfen 😉

Aber viel war es ja auch nicht mehr. Oben angekommen regnete es immer noch, aber nicht mehr lange. Torsten Runge und sein Team der Burg Katlenburg nahm uns super lieb in Empfang, sowie mein Christian. Wir durften uns als Belohnung noch ein Essen aussuchen, das war grandios, also nicht  nur die liebe Einladung, sondern auch das Essen. Es war so lecker. Fantastischer Spargel, auf den Punkt gekocht, ein frisches Kalbsschnitzel und dazu selbstgemacht Sauce Hollandaise. Das war mir ein kulinarisches Gedicht. Als Nachtisch gab es ganz tolle, private Gespräche, ich habe mich sehr zu Hause gefühlt. Vielen Dank an alle! Das tat alles sehr gut.

Am Montag, den 29.06.15 geht es los von der Burg Katlenburg nach Hattdorf, wen ich mich recht erinnere, in ein Eiscafé, das wird mich einige Kilos kosten 😉   Mal schauen, wo uns der Weg nächste Woche hin führt :-)    Alles liebe bis dahin, eure Kathi

24.6.15 der O.R.T. Weg von Einbeck geht´s nach Northeim

Wir waren schon ziemlich früh am Starpunkt, die O.R.T. Filiale in Einbeck, da wurden wir noch mit Kaffee versorgt und wie ihr ja inzwischen wisst, bin ich dann richtig glücklich. Wir setzten uns und mir wäre fast der Kaffee aus der Hand gerutscht, ich hatte ein Kissen im Rücken, sobald man sich anlehnte, fing das an zu vibrieren. Da ich gerade mit meinem eigenen Schreck beschäftigt war, fiel mir nicht auf, dass es Svenja genau so erging. Zum Morgen schon herzhaft lachen verspricht einen guten Tag, Hauptsache es bleibt einigermaßen trocken. Das Wetter hielt sich, aber den Wassermontag hatte ich noch im „Nacken“ und musste ständig auf Toilette.

Sehr hilfsbereite Menschen begegneten uns, ob im Sanitärhandel in Salzderhelden, im Räucherfischladen in Edesheim oder im Dönerladen in Northeim, ich durfte überall hin, ohne dass jemand murrte.

Wir hatten wieder eine Menge Spaß unterwegs und ich entdeckte immer mehr, die Schönheit von Weinbergschnecken und konnte kaum aufhören zu fotografieren als ich immer wieder von Magen knurren gestört wurde. Auf mein belegtes Brot hatte ich sogar keinen Hunger, wir waren auf den Weg nach NOM, da gibt´s das DINX, direkt am Rasthof hinter der Bratwursthütte, ein Restaurant, Diner und Café. Mein Magen wurde noch lauter bei dem Gedanken daran, aber ehe wir ankamen, war es so spät, dass es nicht mehr zum lecker Burger essen reichte. Wir bekamen jeder einen Kaffee to Go und zogen direkt weiter. Ich würde dann heute abend wieder einkehren 😉

der O.R.T. Weg von Einbeck geht´s nach Northeim
der O.R.T. Weg von Einbeck geht´s nach Northeim

Wir kamen mit 10 Minuten Verspätung an und ohne jemanden zu begrüßen, zückte ich den Kilometermesser und war betrübt. Es waren nur 17,25 km :-(  mir fehlten genau 4 km und 350 m bis die 200 Kilometer voll waren. Das war bitter, aber Freitag, da schaffe ich das.

Für uns wurde extra die Northeimer O.R.T. Filiale geöffnet, dort warteten nicht nur eine liebe Mitarbeiterin, sondern auch Herr Gebauer und Christian Vogelbein von „Hallo Mittwoch„, wir führten dann noch ein sehr amüsantes Interview für seine Podcastplattform schachtier.de , er hatte im März das erste Interview mit mir gemacht, als nur wenige an mich glaubten, deswegen war mir die Ehre um so größer, ihn nochmal sprechen zu dürfen.  Er versprach mir zusätzlich, Freitag unsere Strecke von Northeim nach Katlenburg mitzulaufen. Wie cool :-)

Nun ging es weiter, wieder zurück nach Moringen, da trainierte die F-Jugend, das wollte ich mir nicht entgehen lassen, um auch noch einmal Danke zu sagen. Dann grätschte mir mein Magen wieder ins Gedankenspiel und ich beschloss den besten Dönerladen Moringens ausfindig zu machen. Das war leicht, ich hörte bei nachfragen immer nur den Namen „Asmin„. Ich selbst kannte den Laden nicht und steuerte diesen an, ich wurde ganz nett bedient und dann kam noch eine ältere Frau rein und auch sie gab ihre Bestellung auf. Nebenbei wirbelte der Mann mit meinem zukünftigen Döner herum und der Geruch machte meinen Magen echt gierig. Als ich bezahlen wollte, meinte der Mann: „Nein, ich möchte nicht dass du bezahlst, ich möchte dir etwas für deine Spendenbox geben…“ und auch die ältere Frau gab mir Geld und alle wünschten mir nur das Beste.
Ich war völlig perplex, denn es fiel vorher kein Wort über mich oder mein Projekt. Es ist immer wieder faszinierend, auf welch nette und liebe Menschen ich auf meiner Tour treffe.

Der Döner war, im übrigen tatsächlich sehr lecker.

Danach bin ich aber ganz schnell zum Sportplatz gelaufen, um die Fleischtasche zu vernichten. Die kleinen Großen spielten ganz fleißig und merkten gar nicht, dass ich erschienen war, also schnell in die Ecke und schlemmen. Ein paar der Eltern saßen da schon und wir plauderten noch über Freitag. Dann kamen die Kinder dazu und ein riesiges Gewusel ging los. Alle fragten und redeten durcheinander, es war wie ein Flohhaufen, aber ein netter 😉  Dann übergaben mir die Kinder das gesammelte Geld von Freitag, ohne das ein Betrag genannt wurde, denn ich sagte allen immer wieder,ich möchte nicht wissen, wie viel zusammen gekommen ist. Am Anfang verstanden das nur wenige, doch inzwischen wird es toll respektiert. Ich möchte mich auf meinen Lauf konzentrieren und bin natürlich sehr gespannt auf den 12.7., welches Ergebnis unterm Strich steht. Aber solange werde ich laufen und weiter sammeln.

Nun sind es nur noch wenige Tage bis zu meinem großen Fest, am 27.6. ab 13:30 Uhr auf der Burg Katlenburg. Ich freue mich schon sehr… bis dahin Eure Kathi :-)

22.6.15 der „Arche Noah“ Weg von Moringen nach Einbeck

Der meist gesprochene Satz in meinen Ohren heute war:
„Was für ein Sch***arschwetter…“
Das ist die beste Umschreibung für den heutigen Tag. Nun von vorn, ich hab verschlafen. Jaaaa schon wieder, aber beim letzten verschlafen, haben wir uns NICHT verlaufen, glaube ich. Somit musste es wieder rucki-zucki gehen. Meine Maike kam auf ein Käffchen vorbei, die arme hatte Nachtschicht und sah echt scheußlich aus. Mir jedoch verschaffte es echt Vorteile, sie griff mir wie so oft unter die Arme und es flutschte, dass ich noch ein Kaffee trinken konnte. Dann habe ich mich in die ganzen Pellen gedrückt, sogar das Shirt über die Regenjacke, damit alle mich sehen.

Glaubt mir, man konnte mich nicht übersehen. Niemals!

Blaue Jacke, grünes Shirt, schwarze Hose und lila Schuhe! Das tat weh im Auge, egal, einmal abgewunken, man sieht mich!

Julchen stieg dick eingepackt ins Auto und wir fuhren nach Moringen zum Sportplatz vom SV07.

von Moringen nach Einbeck
von Moringen nach Einbeck

NOCH war es trocken, ich hab mir schon die Hände gerieben, bis jetzt hatten wir ja fast immer Glück, aber wir mussten noch etwas warten, es war noch nicht 10 Uhr. Maike und Dirk kamen zum verabschieden und wir quatschten noch ein bisschen und es ging los, bevor wir los gingen.

Irgendwer war der Meinung, die müssen gegossen werden und „er“ tat es auch. Wir liefen los und ich war noch guter Dinge, ich meinte auch, wenn wir aus Moringen raus sind, dann hört es auf, ganz sicher! Oder auch nicht! Wir gingen und liefen…Bergauf lief uns das Wasser entgegen,  unglaublich. Also schälten wir uns direkt noch in die Regenhosen, wir sahen echt schlimm aus. So mussten wir laut los lachen. Kennt ihr dieses matschende, quietschende Schuhgeräusch? Es ist immer noch in meinen Ohren. Wir kamen nach Iber und ich hörte, trotz dieses Regenprasselns, ein lautes Rufen. Meine ehemalige Bettnachbarin stand ganz trocken im warmen und winkte sich die Seele aus dem Leib. Ja super! Ich dachte nur, ich brauch dringend einen heißen, einen sehr heißen Kaffee und frisch gebackenen Kuchen. Nein, ich bleibe hart. Wir haben zurück gewunken und sind weiter gelaufen, wir kommen sicher an einem Bäcker vorbei und nehmen einen zum mitnehmen.

Das war nicht unser Tag, der einzige Gastronom hatte natürlich Montag geschlossen.

von Moringen nach Einbeck
von Moringen nach Einbeck

Da war aber eine Bushaltestelle, die wählten wir zum kurzen pausieren. Wir saßen noch nicht lange, da kam der Bus und wir machten dem Busfahrer klar, dass wir keine Mitfahrer sind. Einige Kinder stiegen aus und schauten uns echt merkwürdig an. Na sicher, wir sahen aus wie begossene Pudel, die in Klamottenkugeln gesteckt wurden.  Ein kleines Mädchen kam zaghaft zurück und schaute ganz vorsichtig, in Schräglage, in die Haltestelle und fragte sehr leise „Warum fahrt ihr nicht mit dem Bus?“ Da ist mir fast der Keks aus dem Mund gefallen vor lachen, auch Julchen war am lachen. Na klar, wer kommt auf so eine bescheuerte Idee, bei so einem Regenfall, zu Fuß zu laufen?! ICH! Ich erklärte ihr dann, dass wir den Weg laufen müssen, weil wir das vielen Menschen versprochen haben, das fand sie gut. Dann sagte sie “ Dann kommt doch mit zu mir nach Hause, Martina macht gleich Mittag und ihr könnt doch mit essen?!“ Ich glaube wir hatten beide Herzchen in den Augen, aber dann dachte ich nur, Mensch, sie kennt uns gar nicht und ich fragte wo ihre Eltern denn sind, sie solle die erst einmal fragen. Stellt euch mal vor, ihr kommt an so einem kalten, verregneten Tag nach Haus, die Laune im Keller und da sitzen zwei pitschnasse Kugeln, die quietschen und das Mittagessen mit der Tochter genießen. Nach ein paar Minuten kam die kleine zurück und hat wohl festgestellt, dass niemand weiter da war. Ich hab ihr dann erklärt, dass das Angebot ganz lieb ist und kaum auszuschlagen, aber dass es nicht nur nette Menschen gibt. Wir haben uns alle drei echt super unterhalten und die kleine erzählte aus der Schule, sie war echt süß. Wir wurden dann unterbrochen von einem lauten rufen und ich hoffte, es wäre ihre Mama. Im Haus gegenüber hatte eine Frau das Fenster geöffnet und rief Richtung Haltestelle “ Hey Mädels, ich komme …. und fahr´ euch nach Haus!“ Alle drei riefen gleichzeitig „Nein…“ das ging ja nicht. Leider!

Alle dort kannten uns nicht und waren so hilfsbereit, das kennt man leider nicht mehr. Es tat gut zu wissen, dass es nicht ganz ausgestorben ist 😉

Ich rief noch Frau Kolle von O.R.T. an und bat sie um trockene Klamotten, wenn wir in Einbeck „landen“ würden. Es kam das erste Mal der Punkt, an dem Mitleid echt etwas gut tat. Weiter ging es über Wetze nach Stöckheim und ab da gab es einen Radweg, der ständig die Straßenseite wechselte *nerv*. Ich merkte, wie das Wasser in den Schuhen stand und hatte Angst um den Fußsensor, aber der hat echt dicht gehalten. Das war aber auch das einzige. Die Regenjacke, -hose nichts hat mehr den Regen abgehalten und Kilometer für Kilomter baute ich in meinem Kopf eine Arche, die musste ja etwas größer sein, als Noah´s Arche. Ich wollte eine Menge mitnehmen, viele Menschen und einige Tiere. Wir hofften immer noch auf einen heißen Kaffee, obwohl wir wohl lieber darin gebadet hätten. Außer dem bösen Satz: Sch***arschwetter, war das Thema Nr.2, wie wir wohl heut Abend baden. Mit welchem Zusatz, mit Buch oder Rotwein oder oder oder… Wir merkten gar nicht wie die Km vergingen, durch unsere doofen Träumereien und die Hoffnung, es würde gleich die Sonne raus krabbeln. Da vorn ist eine Tankstelle *Jippppiiiii* Kaffee in Sicht, hey, das ist schon EInbeck und ich meinte noch zu Julchen, dann war es ja doch nicht so weit, wie befürchtet. Wir stürzten in die Tankstelle, wie der Wüstenbewohner in den ersten See. Endlich trocken. Gut erzogen, wie ich manchmal bin, putzte ich meine Schuhe ab und ihr werdet es nicht glauben, das Wasser lief oben aus den Schuhen raus…

„Hallo Kathi?!“ sagte die liebe Mitarbeiterin. Ich wusste nicht, dass ich hier wen kenne, aber Tatsache. Carmen, sie ist eine ehemalige Kollegin. Sie lud uns auf den Kaffee ein und ich genoss diesen, wie lange nicht mehr. Dadurch, dass wir nur eine Pause gemacht haben, uns war es ein wenig zu nass 😉  waren wir etwa 20 Minuten zu früh, aber sehr erleichtert endlich am Ziel zu sein.

Herr Gebauer, Frau Kolle, Herr Thies, Familie Voss und der Behinderten Beauftragte der Stadt Einbeck standen mit den O.R.T. Mitarbeiter Spalier und wir durften ins trockene. Ihr werdet es nicht glauben, da kam die Sonne heraus und der Regen hörte auf. Ich war fast etwas sauer.

von Moringen nach Einbeck
von Moringen nach Einbeck

Wir bekamen Handtücher und trockne Sachen. Wir durften uns in einen extra Raum zurück ziehen und „trocknen“. Habt ihr das schon einmal erlebt? Man kommt aus den gefluteten Sachen nicht raus, die haben sich so fest gesogen. Ekelhaft, ehrlich. Die anderen Sachen taten soooo gut, das war wie baden.

Als wir raus kamen, hörten wir, wie sich 2 Männer ärgerten, dass wir schon da waren. Ja tut mir leid, dass ich nicht gewartet habe, sondern stattdessen ins trockene „geflohen“ bin.  Ich war echt froh, dass dieser Tag geschafft war.

Mittwoch geht es weiter von Einbeck zur nächsten O.R.T. Filiale nach Northeim. Und es sind nur noch 5 Tage bis zum großen Fest auf der Burg Katlenburg. Ich bin schon ganz aufgeregt. Neben Live-Musik gibt es auch Zauberer und Gaukler, eine Feuershow und für´s leibliche Wohl wird auch gesorgt. Kommt und besucht uns, ab 13:30

Bis dahin eure Kathi

18.6.15 der „SV07 Moringen“ Weg

11 Grad zeigt mein Thermometer an, bei meinem morgendlichen Kaffee. Ich hab mich doch im Tag geirrt?! Muss ich mir noch Stiefel zulegen? Also zieh ich mir mal mehrere Schichten an, dann sollte es klappen. Vorsichtshalber noch ein paar extra Klamotten eingepackt und los ging´s zum Schulbauernhof in Hevensen, mein Ziel von gestern. Die Kids, waren schon wieder fleißig, Stall ausmisten, kochen und Brot backen. Ich huschte noch schnell zu Miriam um mich zu verabschieden.

der SV07 Moringen Weg
der SV07 Moringen Weg
der SV07 Moringen Weg
der SV07 Moringen Weg

Dann ging es auf die Landstraße Richtung Thüdinghausen weiter. Die Wolken versprachen nichts gutes, aber ich war ja ausgerüstet.  Außer meine Orthese, verflucht, wie bekommt man das geschützt, oder was passiert bei Regen, wenn man es nicht schützt? Ich kam an einem Autoreinigungsdienst vorbei und da fragte ich ganz frech, ob sie eine Tüte für mich hätten. Die Frau war ganz lieb und brachte mir eine Gefriertüte, die war bei den Temperaturen echt passend 😉
Es war sehr ruhig, ich hörte meine Musik vom MP3 Player und erfreute mich der frischen Luft und sehr rücksichtsvollen Autofahrern, die sogar abbremsten! In Thüdinghausen setzte ich mich erst einmal an einen Straßengraben und pausierte, denn ich war ziemlich früh dran.  Dann ging es auf der Landstraße weiter, ich glaube die Autofahrer haben meinen Blog gelesen, denn keiner versuchte mich in den Graben zu schieben. Es fing an zu regnen, dieser niedersächsische kalte, Nebelregen. Und plötzlich bremste neben mir ein Auto, ich erschrak mich richtig und ein älterer Herr sagte zu mir: “ Wo willste denn hin? Moringen? Das kann sich ja keiner mit ansehen, steig ein, ich fahr´dich :-) “  Ich musste so lachen, sagte ihm, dass das nicht geht, aber wenn er Lust hätte, könne er ja zum Sportplatz kommen und eine lecker Bratwurst mit uns essen.

Er kam leider nicht. Aber ich war inzwischen da! Ein richtig schöner Fußballplatz und sehr gepflegt, das kenne ich auch anders.  Ich war eine der ersten, die da waren, das war schon peinlich, langsam werde ich „warm“ und laufe knapp 8 Km ganz locker daher, machte mich verlegen, aber auch stolz. Vor einem halben Jahr einfach undenkbar.

Nach und nach kamen kleine und große Kinder, Eltern mit selbstgebackenen Kuchen im Gepäck und es riss gar nicht mehr ab. Es wurden immer mehr. Meine Freundin Maike war nur noch ein Nervenbündel und Dirk übernahm einiges. Es war einfach ein Traum zu sehen, was sie hier auf die Beine gestellt haben.

der SV07 Moringen Weg
der SV07 Moringen Weg

Es wurde ein echt cooles Fest, die Bürgermeisterin Frau Müller-Otte gesellte sich dazu. Eine Reporterin kam dazu und stellte ihre Fragen, aber eigentlich wollte ich wieder zu meinen Freunden. Auch meine Trine mit Melissa kamen extra aus Northeim. Selbst meine erste Bettnachbarin, nach meiner Diagnose kam mit ihrem Sohn vorbei. Ich war glücklich und wusste manchmal gar nicht wohin zu erst. Als ich ankam, fragte ich ganz höflich, ob ich mein selbst geschmiertes Brötchen  essen darf, obwohl so viele Liebe Menschen Fragen an mich hatten.

der SV07 Moringen Weg
der SV07 Moringen Weg

Dann stand da aber der ganze lecker Kuchen und ich hab mich echt rund gefuttert und keinen ausgelassen. Alles wurde zu kleinen Preisen angeboten und meine Spendengläser füllten sich.
Da kam ein kleiner Junge,  Nico v.d. Brüggen, er sagte mir, dass seine Eltern ihm erzählten, dass ich krank sei und er hat jetzt 5 Euro von seinem Taschengeld genommen und sie mir gegeben. Oh je, da war es ja fast wieder passiert, auch Tyler nahm sein Sparschwein und tat „etwas“ in das Spendenglas.  Ich war ziemlich gerührt von dieser Selbstverständlichkeit.

Dann begann das Fußballspiel, zu erst die E Jugend, danach spielte die C-Jugend und später noch die Mädchen mit einem Punktspiel.  Es machte echt Freude, da zuzuschauen.  Leider wurde bei dem ersten Spiel ein kleiner Mann am Auge verletzt und ich hoffe sehr, dass es ihm wieder gut geht. So etwas trifft mich immer bis ins Herz.  Ich möchte mich hier bei allen Eltern bedanken, die ihre Freizeit geopfert haben, um ihre Jungs und Mädels zum Spiel zu bringen, Kuchen gebacken haben und ein Dank auch an die fleißigen Engel, die im Hintergrund wirbelten! Und ein Dank an ALLE Spender!! :-)

Der Abend ging sehr lange und ich habe großartige Menschen kennenlernen dürfen! Ihr habt das toll gemacht!!!!

Nun sind zwei Tage Pause und Montag geht es weiter, von Moringen nach Einbeck zu O.R.T. … Ich bin schon sehr gespannt, was in der nächsten Woche auf mich wartet!

Der krönende  Abschluss der nächsten Woche wird am 27.6. auf der Burg Katlenburg gefeiert. Ihr seid alle dazu herzlichst eingeladen und ich freue mich auf eine Super Feier :-)   eure Kathi

18.6.15 der RUBINA Weg von Adelebsen nach Hevensen

Heute weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich schreibe euch ja immer über die schönen Wege und die tolle Landschaft, das muss ich aber heute sehr kurz fassen. Also, Wege waren echt super, weil es gab Rad- oder vernünftige Feldwege. Zu Beginn haben wir ordentlich einen nassen Hintern bekommen und die Schuhe quietschten, aber dann kam Sonne & Wind und man fühlte sich ein wenig, wie an der See, das war herrlich, empfanden genau so auch meine Mitläuferinnen Gabi und Rebecca (von KIMBU :-) ) Wir wurden sogar morgens von einem KIMBU-Einsatzwagen zum Start gefahren *stolz*.  Wir haben und nicht verlaufen, das ist diese Woche ja echt schon rekordverdächtig. Dennoch kamen wir auf einige Km mehr. Nun aber zu meinem wundervollen Tag, den Weg müssen wir mal auslassen 😉

Wir kamen nach einiger Zeit, noch im Regen, an einem Minigatter vorbei, in dem lauter Entenküken saßen. Ich würde dann aber von den Kenner verbessert, es waren Gänseküken. Die waren so süß und ich als Großstadtgöre hatte so ein süßes Ding noch nie von so nah gesehen. Die kleinen waren so gar nicht scheu und kamen sofort an pikten an meinen Fingern. Ich war verliebt. So knuffige kleine Wesen. Ich war echt eine Weile mit den kleinen beschäftigt, als wir dann bald weiter ziehen mussten. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass es ein „Tier-Erlebnistag“ wird. Ich hatte riesige Angst, vor einigen Dingen, ich glaube ich habe davon mal erzählt, einmal vor Spinnen, vor Schiffen (wenn ich drauf sein muss) und vor Pferden. Man sagt ja, Pferde sind Fluchttiere, aber was bin ich dann, wenn selbiges in meiner Nähe ist?! Ich möchte wetten, ich bin dann schneller, als die Pferde 😉  Schön wenn man das so schreibt mit dem Wissen, dass keins in der Nähe ist.

von Adelebsen nach Hevensen
von Adelebsen nach Hevensen

Wir gingen den Radweg weiter und ich genoss diese frisch verregnete Luft, es duftet dann nach kühlem, frischen Gras. Ich glaub, ich war kurz vorm Hyperventilieren, da ich soviel wie möglich aufnehmen wollte. Wir kamen an so vielen Weiden vorbei, bestückt mit Kühen und, in großer Entfernung, Pferden. Aus der Ferne fand ich diese Tiere auch  nett. Wir kamen um eine leichte Kurve und da stand schon wieder eins, es war braun-weiß, aber irgendwas war anders, ich kann euch nur nicht sagen was. Es fühlte sich an, als würde ich dieses Tier kennen. Ach, das ist doch völlig bescheuert! Kopfschüttelnd bin ich einfach weiter gelaufen, aber wie ein Camelion ein Auge auf dieses Pferd und eins auf den Weg gelegt. Eine junge Frau trainierte mit dem Pferd, es war an eine „Leine“ festgemacht und die beiden liefen immer wieder hin und her, gingen zusammen etwas tiefer und machten sich lang. Das war putzig anzuschauen, ein perfektes Team, dachte ich noch. Rebecca und Gabi bekamen von meinem Gedankenkarusell gar nichts mit und plötzlich blieb ich auf Höhe der beiden Trainierenden stehen und beobachtete das Pferd. Ich spürte zwar ein merkwürdiges Gefühl, aber keine direkte Angst, das verwirrte mich etwas. Die junge Frau kam dann in meine Richtung und sprach mich lieb an. Ich erzählte ihr von meiner Angst die sie gar nicht, wie andere, belächelte, sie blieb mit „Rubina“ stehen und wir unterhielten uns. Inzwischen waren Gabi und Rebecca auch da und wir plauderten alle ein wenig. Dann bot sie mir an, einfach mal näher zu kommen. Herr je, hatte ich zuviel Sonne abbekommen? Meine zwei Mädels halfen mir, näher an „Rubina“ ran zu kommen und die junge Frau erzählte mir, dass „Rubina“ oft gar nicht gut bei den Leuten ankommt, weil sie „anders“ sei, als andere Pferde. Das war sie! Sie war so schön und lieb und schon hatte ich meine Hände an ihren Nüstern und ihr glaubt nie was passiert ist. Rubina schloss ihre Augen und genoss wie ich jeden Moment. War das atemberaubend. Ich wollte gar nicht weg. Und die Mädels standen mit offenen Mund da, denn immer wenn etwas mit Pferden war, dann war ich weg, bevor das „Pf..“ ausgesprochen war und nun stand ich mitten auf einer Weide mit zwei völlig tiefen entspannten Wesen. Wie schade, das war, dass wir weiter mussten, ich wollte gerade gar nicht. Rubina, du wirst ganz doll in meinen Gedanken weiter wohnen und vielen Dank an die junge Frau, die einfach ganz spontan eine Pferdetherapie machte. Ihr seid super!

von Adelebsen nach Hevensen
von Adelebsen nach Hevensen

Ich konnte gar nicht reden, ich wollte diesen Moment einfach nicht aus meinen Kopf bekommen und tapselte meinen Weg weiter. Rebecca und Gabi waren begeistert und erzählten und wunderten munter vor sich hin. Die Km zogen sich und wir kamen wieder an einer Weide vorbei, diesmal waren es Kühe, die es mir angetan haben. Wunderschönes Cappuccino-Braun und hübsche Gesichter, ich rupfte etwas Gras ab und hoffte, sie füttern zu können und somit anzufassen. Haaa, es klappt :-)  Ich finde Kühe überhaupt sehr schöne Tiere. Die zwei Mädels sagten dann nur “ Los, wir müssen weiter, wir sind noch nicht da und auf dem Schulbauernhof warten sicher auch Tiere…“

Also stiefelte ich artig hinter her, ich glaub ohne die beiden, wäre ich Sonntag noch nicht da, viel zu viele Eindrücke. Schulbauernhof. Was macht man da eigentlich?? Wahrscheinlich bekommt man dort die verschiedenen Getreide-, Obst- und Gemüsesorten demonstriert?!

Wir kommen am Schulbauernhof an und Herr Kaiser, der Bürgermeister, wartete schon auf uns und begrüßte uns alle ganz lieb. Anja stellte sie vor, sie hatte die Zügel am Bauernhof in der Hand und wir unterhielten uns erst einmal ganz bunt durcheinander.

von Adelebsen nach Hevensen
von Adelebsen nach Hevensen

Herr Kaiser und ich unterhielten uns über das Projekt und mein „Gerät“. Er war sehr interessiert und auch traurig, dass man diesen Weg wählen „muss“, um daran zu kommen. Wir gingen dann direkt auf den Hof, wo eine 9.Klasse aus Herne saß und auf ihre neuen aufgaben warteten.

von Adelebsen nach Hevensen
von Adelebsen nach Hevensen

Ein Mädchen (Miriam), so quirlig wie ich, erklärte genau, was hier alles passiert. Miriam macht auf dem Hof ihr „soziales Freiwilligenjahr“ und hilft den Schüler, die den Hof besuchen bei ihren Aufgaben. Dazu zählt unter anderem, die Hühner, Schweine, Kühe, Schafe, Ziegen und Gänse füttern  und misten.Die Kühe müssen von den Kids gemolken werden und auf die Weide, sowie von der Weide zurück getrieben werden. Es war so toll, das ganze Zusammenspiel von den Kindern mit den Tieren und wie aus Kindern Selbstversorger werden. Axel und Anja haben mit Helfern wie Miriam ein ganz großartiges Projekt ins Leben gerufen.

Selbst ich, habe das erste Mal eine Kuh gemolken, ein Huhn angefasst und Schweine gestreichelt. Einfach nur gigantisch dieser Hof.
Am 13. 9. 15 ist dort Hoffest und ich werde hin kommen, wahrscheinlich schon viel eher.

Auch dieser Hof ist auf Spenden angewiesen, da diese großartige Arbeit leider nicht vergütet werden kann. Schaut doch mal vorbei dort und sammelt diese tolle Erfahrung.
Vielen Dank an das ganze Team!

Nun geht es weiter nach Moringen, dort werde ich gegen 14 Uhr eintreffen, am Sportplatz, an dem ein Kinderbenefiz Fussballspiel stattfinden wird. Ich freue mich auf euch Moringer :-)

16.6.15 der „Förster Matthias“ Weg von Uslar nach Adelebsen

Es ist Dienstag, der 16.6. und ich war diesmal bewaffnet vor der Kälte. Ich musste morgens noch zu Physio 2000, um die Muskeln zu lockern und den Fuß zu tapen, noch schnell ein Käffchen hintergekippt und auf nach Rosdorf, ich wollte ja noch Gabi schnell abholen.
Dort war natürlich die erste Frage nach meinem Fuß, aber dem ging es wieder gut, mit dem Tape merkt man dann gar nichts mehr. Wir sind direkt Richtung Uslar gefahren und haben unterwegs über die Strecke gesprochen, dass vor kurzer Zeit ein Radweg eröffnet wurde, der aber noch nirgends verzeichnet wurde.

Weg von Uslar nach Adelebsen
Weg von Uslar nach Adelebsen

In Uslar trafen wir noch einmal Christiane und wir tranken in Ruhe noch einen Kakao. Huch, es war schon 20 nach 10, als wir erst los gelaufen sind, aber bisher waren wir auch immer zu zügig. Es fing gleich ziemlich steil an, wenn man mit dem Auto unterwegs ist, fällt einem das nie so auf, aber zu Fuß zieht sich so ein „Hügel“ wie Kaugummi. Wir ließen Uslar und den ersten Ort hinter uns und mussten immer an der Landstraße entlang. Nur wenige Autofahrer achteten auf uns, bei denen ich mich auch bedankte, aber die meisten rasten rücksichtslos nur wenige Zentimeter an uns vorbei, ich weiß nicht, wie oft wir uns zur Seite, in den Graben „retten“ mussten. Wir sind schon ziemlich vorausschauend gelaufen.

Dann kamen wir nach Schoningen, auch nur ein kleines Örtchen und ich musste schon wieder P*p*, da war eine kleine Volksbank und ich fragte die nette Dame, ob ich mal auf Toilette dürfte. Auch sie war etwas fragend, aber ließ uns dann in die Räume, kam aber mit und wir erzählten von unserem „Auftrag“ und es kam zu einem tollen Gespräch. Wir mussten aber leider weiter und fort waren wir.

Weg von Uslar nach Adelebsen
Weg von Uslar nach Adelebsen

Weiter ging es an der Landstraße, langsam merkte ich mein Loch im  Magen. Ich hätte gern mal eine Bank zum sitzen, bitte. Keine Chance! Wir kamen in Offensen rein und  suchten nach einer Bank, fanden dann einen kleinen Mauervorsprung und setzten uns dahin. Wie lecker ein Kräuterkäsetoast sein kann, mit gekochtem Ei und Gurke. Das war fein. Wir beobachteten die Autos und Menschen, die an uns vorbei kamen und die Sonne leistete uns inzwischen auch Gesellschaft, das tat gut. Aber wir hatten noch einige Kilometer vor uns, also machten wir uns wieder auf den Weg. Gabi meinte, kurz nach Offensen beginnt der Radweg, wir müssten uns nur links halten. Und tatsächlich, ein Radweg war ausgeschildert.

Endlich weg von der Straße, kamen wir an einem Friedhof vorbei. Wenn dieser so ganz einsam am Wald liegt, finde ich den schon etwas unheimlich. Wir sind einmal um den Friedhof herum und weiter in ein wunderschönes Waldgebiet, aber wie ein neuer Radweg sah das nicht aus, vielleicht für ein Mountainbike.

Es war so still, außer ein paar Vöglein, war nichts lebendiges zu sehen.  Ein bisschen komisch war mir schon, der Wald hatte etwas Angst einflößendes. Dann knackte es überall und ich sah echt schon Gespenster, Gabi hatte sichtlich Spaß an meinen riesen Augen. Jenny (die Fußballerin von Freitag) erzählte mir erst von aggressiven Wildschweinen, die gerade erst Frischlinge in die Welt gesetzt haben. Also hab ich mir für alle Fälle etwas Tierabwehrspray besorgt und hatte das in diesem Moment Griffbereit. Wie kann man sich am heller lichten Tag nur so in die Hose machen?! Herr je, da vorn war Licht, ich schaute auf meinen Kilometermesser, super, wir sind in 2 Kilometern da :-)

Oder auch nicht, ihr glaubt es nicht! Wir waren so was von falsch, wo bekommen wir jetzt einen Mensch her? Ihr mögt jetzt denken, ich sei verrückt, aber ich denke, ein Schutzengel oder was auch immer, ist auf meinem Weg dabei, denn als wir stehen blieben, um zu überlegen, wie wir es jetzt anstellen, kam ein Auto! Ja mitten im Wald! Ein sehr hilfsbereiter Förster beendete sein Telefonat und kramte seine Waldkarten hervor, die auf mich wieder wie Schnittmuster für eine schickes Oberteil wirkten und erklärte uns, das wir uns viele Kilometer zu weit westlich befanden. Er half uns echt weiter und brachte uns zum DEM Radweg.

Wir waren viel zu spät dran und Hauke rief bereits an, der mit uns eine Teilstrecke mitlaufen wollte.  Aber soweit waren wir noch nicht. Noch mindestens 7 Kilometer und theoretisch mussten wir in einer Stunde da sein. Zum Glück sagten meine Betreuer jedem, dass immer mit Plus/Minus einer halben Stunde gerechnet werden muss. Wir haben unsere km/h Statistik erhöht auf 5,2 und für mich war es echt anstrengend. Bergab kam der Schmerz im Fuß zurück und Hunger hatte ich jetzt auch wieder. Aber pausieren kam überhaupt nicht in Frage, ich wußte, dass mindestens das liebe Ehepaar aus Barterode und der Bürgermeister auf uns wartete und natürlich Hauke (vom Göttinger Tageblatt), der die letzten Kilometer mitlaufen wollte.

Weg von Uslar nach Adelebsen
Weg von Uslar nach Adelebsen

Ich scherzte noch und meinte, wir würden heute einen neuen Streckenrekord aufstellen, da sahen wir schon Hauke. Ich sagte ihm, dass wir direkt weiter laufen mussten und unterwegs weiter reden. Gabi sorgte sich um meinen Fuß und ich sollte mich entscheiden, jetzt die letzten Km mich besser fahren zu lassen?! Ich gebe zu, ich habe kurz überlegt, aber ich wollte niemanden enttäuschen. Also ging es stramm weiter. Ich seh´ das Ortseingangsschild, wie man sich darüber freuen kann. Oh nein, kurz vorm Ziel, ich muss mal ***. Aber wir hatten doch keine Zeit. Da war wieder mein „Engel“, mitten auf der Hauptstrasse kam ein Mann aus dem Haus und wollte seinen Laden abschließen und ich „überfiel“ ihn mit der Bitte, ob ich vielleicht mal „dürfte“, die beiden bekamen es kaum mit, da war ich schon wieder fertig. Ich bedankte mich hastig und wir liefen die letzten Meter, an einem Bäcker vorbei, wie lecker das roch, am liebsten jetzt einmal durch die Auslage schlemmen… NEIN! Weiter, es ist nicht mehr weit!

Weg von Uslar nach Adelebsen
Weg von Uslar nach Adelebsen

Und wir kamen im Bürgerpark an. Oh Ha, da standen einige Leute und die applaudierten, als wir die letzten Meter auf sie zu kamen. Hochwasser in den Augen, ziemlich erschöpft waren wir angekommen und ich wurde sehr liebevoll in Empfang genommen. So tolle Menschen und ganz toll angerichtete Getränke. Familie Keydel- Bock hat sich wieder sehr ins Zeug gelegt.

Weg von Uslar nach Adelebsen
Weg von Uslar nach Adelebsen

Als ich Marion und Hans sah musste ich sie mal ganz doll drücken, so schön haben sie alles organisiert. Das sind die beiden, die nicht nur das tolle Sommerfest in Barterode ausgerichtet hatten (7.6.15) sondern auch mit dem Seniorenbeirat diesen echt tollen Bewegungspark ins Leben riefen und errichteten.

Ich könnte mir nichts richtiges darunter vorstellen, aber so wie ich diese Familie kennen gelernt habe, musste es was schickes sein und deswegen freute ich mich auch heute.

Weg von Uslar nach Adelebsen
Weg von Uslar nach Adelebsen

Und meine Erwartungen wurden noch übertroffen. Im Bürgerpark, neben Spielgeräten, wurden auch Geräte aufgestellt, an denen Groß und Klein Spaß an der Bewegung haben können. Schaut es euch mal an.

Weg von Uslar nach Adelebsen
Weg von Uslar nach Adelebsen

Es waren noch der Ortsbürgermeister von Adelebsen Prutschke  und Ortsbürgermeister von Lödigsen Herr Hille und ganz viele Bürger da, über jeden einzelnen habe ich mich sehr doll gefreut und natürlich über die Spenden. Es waren so unkomplizierte und schöne Gespräche, ich habe mich einfach sauwohl gefühlt.

Weg von Uslar nach Adelebsen
Weg von Uslar nach Adelebsen

Mit Muskelkater, einem neuen Streckenrekord von 20,64 Kilometer und einem sehr blumigen Abschluss, blicke ich auf diesen Tag zurück und kann nur ganz dick DANKE! sagen.

Weg von Uslar nach Adelebsen
Weg von Uslar nach Adelebsen

Donnerstag, den 18.6. starte ich 10:00 Uhr vom Bewegungs- und Bürgerpark Adelebsen nach Hevensen in den Schulbauernhof, auf den ich mich auch freue.

Und bin gespannt, welches Abenteuer auf uns wartet und welchen lieben Menschen wir begegnen werden. Ich freue mich auf euch….Eure Kathi :-)

15.6.15 Schwester-Weg von Lippoldsberg nach Uslar

Für mich war es heute ein etwas emotionaler Tag.
Ich war gestern beim Footballspiel bei den Göttingen Generals Junior gegen die Hannover Grizzlys Junior und da überraschte mich meine Schwester (Annett), meine Nichte (Tabsi) und mein Schwager (Peter). Ich war ganz aus dem Häuschen, denn die drei kommen aus Berlin. Somit durfte ich mich auf dreieinhalb Begleiter freuen, halb(?), weil meine Nichte nicht die ganze Strecke mitlaufen sollte, sondern wir sie unterwegs abfangen würden.

VON LIPPOLDSBERG NACH USLAR
VON LIPPOLDSBERG NACH USLAR

Svenja holte mich von zu Hause ab und wir fuhren vorsichtshalber die Strecke noch einmal ab, denn wer schon mal von Uslar nach Lippoldsberg gefahren ist, weiß, wie Mist diese Strecke ist. Wir stiegen aus, die anderen 3 waren auch schon da und ich fror mir direkt den Hintern ab und da gibt´s eine Menge zu frieren 😉  Das war so kalt, dass ich einen Schneeschauer befürchtete. Alle tänzelten von einem Bein auf das andere, denn vor 10 Uhr starten wir nicht.

Dann endlich ging es los. Tabsi  blieb bei ihrem Papa, während ich Svenja und meine Schwester nahm und los stiefelte. Wir kamen ganz schnell darauf, dass man
a) joggen könnte, was das Gerät nicht hergibt, oder
b) viele Berge erklimmen könnte, damit wir warm werden.

Dann fiel mir wieder ein, dass ich gleich die 100 Kilometer erreichen würde.
Um ein Haar hätten wir es sogar verpasst, denn wir mussten höllisch aufpassen. Aber pünktlich bei 99km, hab ich das Video angeschmissen, ich freue mich immer noch und bin natürlich sehr stolz. Gerade weil man doch hin und wieder auf Zweifler trifft, was mich sehr verletzt. Ich habe mir meinen Weg selbst erkämpft und werde es weiter tun, niemand hindert mich daran. Auch mein Körper nicht!
Nach wenigen Kilometern bin ich, total trottelig umgeknickt, nicht etwa dass ich in einer brenzligen Situation war, einfach nur so :-( Kurz hinsetzen, Fuß abchecken, Zähne zusammen beißen und weiter geht´s.

Da sich die beiden etwas Sorgen machten, haben wir dann beschlossen, dass wir doch den Waldweg nehmen. Also rein in den Wald und wir wollten dann den nächsten Menschen fragen, ob wir richtig waren. Der ließ gar nicht lange auf sich warten und da kam ein silberner Jeep, den hielt ich kurzer Hand an und fragte.  Der sehr nette Mann half uns weiter und war so gar nicht begeistert von unserem Waldvorhaben. Ich muss gerade laut lachen, ich vermute er hat mein Tagebuch und den 1.Tag gelesen, oder davon gehört, denn uns kannte er nicht. Also entschied er für uns, zurück zur K449 und 500 Meter weiter sollte etwas versteckt ein Radweg beginnen.

Dann war es passiert! „Quitte“ schaute aus dem Autofenster und all unsere Stimmen gingen wieder 10 Oktaven nach oben. Ich befürchte selbst Wildschweine sind von dem quietschenden Geräusch noch Wochen am wegrennen. Eine klitzekleine, wunderhübsche Welpendame namens „Quitte“ wurde aus dem Auto gehoben und uns vorgestellt. Im nach hinein, die arme, da stehen quieckene Frauen, die sich gar nicht mehr ein kriegen und fummelten an dem Welpen herum. Die war aber auch süß.  Ach, wie war der Weg doch gleich?! Er bat uns an, uns ein Stück zu fahren, auch wenn er es gar nicht verstand, ich musste das Angebot sofort ausschlagen. Ich erklärte ihm, dass dann mein Projekt hinfällig wäre und ich es mir nicht bewiesen hätte. Er konnte es nicht nachvollziehen. Aber er war ganz lieb und wir mussten uns auch schweren Herzens von „Quitte“ verabschieden.

Wir fanden den Radweg und ich genoss wieder diese herrliche Natur und ich konnte wieder gar nicht schnell genug atmen. Diese tolle Luft, die schönen Bäume, mein Fuß tat weh, aber pssst. Wir kamen an einem Feld-Waldstück vorbei und plötzlich hörten wir ein lautes Schreien und rufen …
Ich hab mich richtig erschrocken. Das war doch ein Hirsch?! Dann wieder! Wir blieben stehen und waren uns sicher, nein das ist ein Mensch, der da schreit.
Schock! Ist ihm was passiert? Wie würden wir an ihn ran kommen? Wir konnten die Richtung ausmachen und wussten, da ist ein sehr tiefer Abhang zwischen uns. Also erst einmal schauen, wie wir helfen könnten. Wir hatten dann Sichtkontakt zu dem Mann und wieder brüllte er los. Wir starrten dieses Mann an, um zu schauen, was da los ist. Er stand und rief immer wieder, ich verstand „Ernestoooo“ , Annett meinte er rufe “ Gerhaaaard“ (klingt ja ähnlich) und Svenja war noch mit lauschen beschäftigt.
Der arme vermisst seinen Hund, dessen waren wir sicher und hielten nach einem evtl. verletzten Hund Ausschau und lauschten, ob etwas raschelte. Wir waren so damit beschäftigt, den Mann mit Mitleid zu überschütten, wovon dieser natürlich nichts mitbekam, das wir im ersten Moment gar nicht registrierten, was dieser Mann da eigentlich tat. Ich weiß nicht, ob wir gleich laut los lachten, oder erst gestaunt haben und dann gelacht.

Weder Ernesto, noch Gerhard wurde vermisst…Er rief seine Kuhherde zusammen und trieb diese zurück in den Stall. Ja, die Großstadt-Gören 😉

VON LIPPOLDSBERG NACH USLAR
VON LIPPOLDSBERG NACH USLAR

Gar nicht viel später, kam ein Auto auf uns zu und ich sah meinen Schwager mit meiner Nicht, also durfte ich mal vor ein Auto springen, ohne dass mir was passiert. Tabsi ist ausgestiegen und wir sind zu viert weiter über Wiensen bis nach Uslar.

Da wartete Herr Bauer auf unsere Gruppe , Dieter Eikenberg, der wirklich täglich die tollen Bilder macht, und Herr Völke vom MVZ Uslar. Wir unterhielten uns ein bißchen und Herr Bauer erzählte mir alles über das Rathaus, welches wunderschön über das kleine Städtchen glänzt.
Dann sah ich auch jemand aus Christians´s Familie, seine Tante Roswitha und seine Cousine (mir eine Freundin geworden) Christiane. Darüber hab ich mich sehr gefreut. Meine Schwester verabschiedete sich, denn Tabsi muss morgen wieder zur Schule, also wurde nach dem Lauf die Heimreise angetreten.

Herr Bauer hatte noch Gäste in Empfang zu nehmen und verabschiedete sich auch.
Ich bekam von allen noch eine Spende, die mich natürlich wieder stolz werden lies. Vielen Dank dafür!

Svenja und ich schauten uns noch das MVZ von Herr Völkel an und er erklärte uns, was man als Arzt noch für Aufgaben zu erledigen hat. Und dann traten wir den Heimweg an, denn ich war noch beim Arzt, meinen Fuß anschauen lassen.

Morgen geht es 10 Uhr in Uslar am Rathaus los und es geht in den Bewegungspark Adelebsen, ich freue mich schon sehr auf Frau Keydel-Bock und auf alle Besucher. Bis morgen, Eure Kathi  :-)

12.6.15 RSV 05 Weg von Bursfelde nach Lippoldsberg

Dumm di Dumm di Dumm.. es flutscht heute, Brötchen sind geschmiert, Sachen bereit, Körper in Sonnencreme ertränkt und es kann losgehen.  Soll es heute echt so heiß werden, also im Moment ist es „Mädchen“-Frisch. Die Männer rennen ja schon bei 12 Grad in kurzer Hose herum, aber ich brauch da schon mal so 25 Grad. Also hab ich mir vorsichtshalber die „TAO“- Jacke übergeworfen und wir saßen noch etwas im Garten der „Klostermühle“ Bursfelde, falls es spontane Mitläufer gibt, dass sie die Chance bekommen, mit zu laufen. Es kam niemand, aber ich wusste ja, dass ein paar Kilometer  weiter, in Oedelsheim, zwei Mädels dazu stoßen werden :-)

Also ging ich erst einmal los, Christian ist mit dem Auto vor gefahren, bis Oedelsheim und blieb dort, falls etwas passieren sollte, war er immer in der Nähe. Es ist ja Murphys Gesetz, ich bin das erste Mal ganz allein unterwegs, dann würde was passieren. MP3 Player ins Ohr, was quatsch ist, der passt gar nicht rein, sondern nur die dazugehörigen Ohrstöpsel und schön an der Weser weiter. Ich mag Klangkarussell im Moment sehr gern und beim gehen finde ich das sehr entspannend. Was vielleicht aber einige nicht wissen, in den Liedern kommt ein Klingeln immer wieder vor, ich sprang  immer wieder zur Seite, damit der vermeintliche Radfahrer vorbei kann. Wie peinlich. Es gibt aber eine Sache, die mich echt richtig geärgert hat, es gibt ein Schild, mit dem ganz klar festgelegt wird, dies ist ein Fußgänger- und Radweg. Ich wurde zwei mal fast umgefahren, so dermaßen rücksichtslos und dann bekommt man noch blöde Sprüche, weil ich leider nicht genau gerade aus laufen kann. Ist es schwierig, die Geschwindigkeit zu drosseln? Darüber habe ich mich arg geärgert. In Oedelsheim angekommen, wartete Christian schon auf mich und wir setzten uns in ein kleines Lokal, wieder direkt an der Weser, ins „Fährhaus“.  Nun machten sich Muskelkrämpfe breit und Nervenschmerzen, aber auch dagegen bin ich gerüstet, wieder Magnesium in die Figur geworfen und nach einigen Sekunden ließ es mehr und mehr nach. Ich habe eine Kleinigkeit gegessen, denn ich war etwas früher als mit meinen Mitläuferinnen verabredet und man kann die Zeit ja sinnvoll nutzen 😉  Ich liebe essen, oder wie Susi sagen würde: “ Ich jogge nur, weil ich viel zu gerne esse!“

Es wurde schon wieder so warm, warm und nochmal warm, aber da sah ich schon zwei strahlende Gesichter, in einem schicken dunkelblauen Trikot.

Zwei der NullfünferGirls vom RSV 05 Göttingen, wir kannten uns bisher nur vom schreiben über Facebook, aber wir verstanden uns auf Anhieb. Jenny und Melanie, sie waren sehr sportlich, mal gucken, ob sie mich nicht aus Versehen verlieren 😉  Gleich ging es weiter in Richtung Lippoldsberg.

Weg von Bursfelde nach Lippoldsberg
Weg von Bursfelde nach Lippoldsberg

Nun ratet mal, von der Aussicht und der Natur waren beide genauso beeindruckt, wie ich seit Tagen schwärme. Wir quatschten über alles, was die Welt hergab, wie Mädels nun mal so sind und ziemlich flink waren wir leider (!) da.  Da haben wir aber alle nicht schlecht geschaut, als wir den Kilometerzähler raus holten und dieser 14,9 km anzeigte. Ja wir schaffen es, so viele Kilometer einfach zu verquasseln. Ihr kennt es sicher selber 18 Uhr verabredet und die Gespräche sind so witzig und vertieft, dass ihr „10 Minuten“ später auf die Uhr schaut und BÄHM 23:18 Uhr. Wie erklärt ihr das zu Hause… Bei uns war es ähnlich, zack, wir waren in Lippoldsberg.

Wir kamen zur Klosterkirche und wurden dort vom Ortsvorsteher Herrn Höffker, einer Bürgerin, Eikenbergs und natürlich Christian empfangen. Wie viele schön Dinge wir in der näheren Umgebung haben, ist schon kaum zu glauben. Ein wunderschöner Klosterhof lag dort, eine aus Naturstein gebaute Herberge im originell eingerichteten Zustand, es war kühl da drin, einfach toll.

Weg von Bursfelde nach Lippoldsberg
Weg von Bursfelde nach Lippoldsberg

Und dann führte uns Herr Höffker in die Kirche, 1151 erbaut und so erhalten und gepflegt. Wir waren alle ganz sprachlos, das hat was zu heißen und genossen jede Erklärung dieses Klosters, in dem Benedictina Nonnen bis Anfang des 16. Jahrhundert lebten. Seit dem wird alles so erhalten und sehr gepflegt. Auf den wichtigsten Gast, einen Turmfalken, wurde auch hingewiesen und er stellte sich ganz kurz „vor“.  Dass ich auf meinem Lauf solch kulturelle Schätze entdecken darf, ist mein persönliches „i“ Tüpfelchen.

Weg von Bursfelde nach Lippoldsberg
Weg von Bursfelde nach Lippoldsberg

Zu guter Letzt gab es sogar eine liebevoll geschriebene Karte mit einer großzügigen Spende. Vielen lieben Dank an Herr Höffker und an Lippoldsberg!

Montag starte ich direkt von der Klosterkirche, 10:00 Uhr und es geht nach Uslar :-)    neue Woche, neues Abenteuer… bis dahin Eure Kathi

10.6. und 11.6. Wege der Natur

10.6.15   Hann.Münden nach Hemeln

Gestern morgen bin ich motiviert aufgestanden, ins Bad gewackelt und gestriegelt und gebügelt und dann merkte ich *räusper* Halskratzen.
Oha, bitte nicht, nicht jetzt…. Dienstagabend haben ich mit Freunden den Beitrag bei Sat1 geschaut und wir saßen im „Omega“ auf der schönen Terrasse, hab ich mir da was eingefangen?! Aber über Nacht? Das konnte nicht sein. Ich hatte den Plan B im Schrank. Orthomol Imun, mein Helfer bei Infekten. Ich wollte auf keinen Fall pausieren und mein Dickkopf kam wieder durch. Ich will es mir und Euch zeigen, dass ICH mit meinem inkompletten Querschnitt, den Weg komplett schaffe.

Ich holte Gabi von der Werbeagentur IMPRINTS in Rosdorf ab und sagte ihr, dass wir heute etwas ruhiger laufen müssen. Sie atmete tief aus und meinte nur: „Ach Gott sei Dank, ich hatte schon Bange, ob ich mit Dir mithalten könnte…“  …Das machte mich ja schon stolz!

Ein Fußgänger hat Angst mithalten zu können 😉  Kathi, du machst alles richtig, dachte ich….

Meine Freundin Maike fuhr uns nach Hann.Münden und es war Markttag, das nutzten wir noch etwas aus und versorgten uns mit frischem Obst, lecker.

Wege der Natur, von Hann.Münden nach Hemeln
Wege der Natur, von Hann.Münden nach Hemeln

Auf ging es, direkt am Weserstein vorbei und auf Richtung Gimte. Orthomol hat, wenn man das so sagen kann, einen Nachteil, man (besser gesagt ich) muss ständig Pipi 😉   In Gimte kamen wir an einem kleinen, süßen Kiosk vorbei und fragte den lieben Herrn, ob es eine sanitäre Entspannungsanlage gäbe, okay ich musste es dann übersetzen, aber er war so lieb und brachte mich zu seinem Privattoilette, ganz lieb.  Und dann ging es direkt neben der Weser auf dem Radweg weiter.

Was für ein Ausblick! Ich war verliebt, es wurde von Meter zu Meter immer schöner.

Ich hab mir während dieser vieler Kilometer eine Unart angeeignet, immer wieder von Gräsern die Körner langsam abziehen, irgendwie hatte das etwas beruhigendes. Und immer wenn ich erzählte, rieß ich die nächsten Gräser ab und dachte in mir, nächste Jahr wachsen hier noch mehr Gräser. Die Biologen und Landwirtschaftler  unter euch, werden sich vermutlich gerade an den Kopf fassen, aber lasst mich in dem Glauben. Als Gabi das sah, fragte sie „Hahn oder Henne?“ und ich dachte nur, was will sie? Da schaute sie aber geschockt, als sie das Fragezeichen über meinen Kopf zerplatzen sah und fragte, ob wir das als Kind nie gespielt hätten?! Aber was? Gummihopse und verstecken, aber „Hahn oder Henne?“ Also erklärte sie mir das ganz geduldig und ich hatte einen Narren an „meinem neuen Spiel“ gefressen.

Wir waren ziemlich flott am Ziel und wurden im Gasthaus „Zur Fähre“ lieb in Empfang genommen, es gab lecker selbstgebackenen Kuchen, damit bekommt ihr mich alle hervor gelockt, und wir bekamen erfrischende Getränke. Der Biergarten ist traumhaft an der Weser gelegen und schön gemütlich. Ward ihr dort schon mal? Ich komme wieder, denn das ist echt urig dort.

Aber wir mussten zurück nach Göttingen, denn da wartete eine Überraschung auf mich.

Rosdorf steht auf...
Rosdorf steht auf…

Die Organisatoren von „Rosdorf steht auf..“ wollten mir den Scheck von der vergangenen Samstagsaktion übergeben. Schnell geduscht, ohne Haare 😉 , ging es nach Rosdorf und da standen alle.
Dr. M. Thiele (Kanzlei Kleinjohan), M.Jacobs (Rewe Rosdorf), A.Wenzel (Steuerberater BZK Rosdorf), P.Scholz (Suppen-Cultur) und Eikenbergs (Imprints Rosdorf) und danach wurde mir ein riesiger Scheck überreicht und da meine ich nicht nur die Größe, sondern eher die Höhe!
Rosdorf ihr seid Spitze!!! Meine Überraschung für euch folgt :-)

Rosdorf steht auf...
Rosdorf steht auf…

11. 06.15

Im Bettchen ist es schon schön. Schön warm und flauschig. *Kreisch* Ich habe verschlafen!!! Es musste ja irgendwann passieren. Jetzt aber zackig, alle Medis (Medikamente ist mir zu lang) im Klumpen runter geschluckt und los geflitzt. Ihr kennt das sicher, wenn das Bein eingeschlafen ist und dann aufwacht, dieses leichte kribbeln, bloß nicht auftreten und laufen?! So fühlt es sich an, ohne meine NeurO.R.T.hese, also ist „los geflitzt“ eher ein Scherz. Aber jetzt musste es zügig gehen. Halskratzen war nicht weg, Orthomol hinter her, mit dem Gedanken im Kopf „Oh Oh“ …

Julia hat mir versprochen, mich eine Strecke zu begleiten, der Weg von Hemeln nach Bursfelde war doch da genau der richtige.  Wir sind zurück zum Gasthaus „Zur Fähre“ und ich fragte die lieben Leute, ob ich nochmal P*p* machen dürfte, das war natürlich kein Problem, aber lieber frag ich. Ich mag ja auch nicht plötzlich wen in meinem Wohnzimmer sitzen haben. Wir wussten, die Strecke ist kurz, deswegen konnten wir ganz langsam gehen, ohne zu stressen.

Auf dem Weg nach Bursfelde
Auf dem Weg nach Bursfelde

Wir hatten die Weser noch links von uns und Julia gab mir dann völlig recht, als sie die Bilder der Natur sah. Ich erzählte ihr über diese Wolkenbilder und was sie zu bedeuten haben. Sie fragte mich dann, ob ich heute meine Medis im Stück, statt nacheinander, eingenommen hätte. Ich konnte ihr ja jetzt nicht recht geben 😉 Sie wusste davon nichts, also verratet mich bitte nicht. Dann kamen wir an einer Stelle vorbei, an der ein Bagger etwas ausgehoben hatte und ich ließ es mir nicht nehmen, unsere Namen mit Fingernägel reinzuschreiben und Julia machte mit, sieht doch schön aus, oder?!

Ich hatte euch vor einigen Tagen von der wahnsinns frischen Luft erzählt, heute ist es Julchen auch aufgefallen und sie meinte, da schlafe ich sicher wie ein Stein und wir wurden von einem hektischen Klingeln aus unseren Träumereien geweckt. Hektisch meine Bauchtasche ausgeräumt, hechelte ich ans Telefon. Eine nette weiblich Stimme stellte sich freundlich vor und wir plauderten eine Weile und es war ein sehr angenehmes Gespräch. Julia guckte mich fragend an und am liebsten hätte ich noch beim telefonieren los geplappert, aber das tut man nicht, somit vernahm Julchen nur mein nervöses hin und her tänzeln. Ich hatte aufgelegt und musste ihr gleich alles Haarklein erzählen, immer wieder ein quiecken, kreischen, ein verwundertes „NEEE?!“ und „Oh“ kam aus uns herausgesprudelt. Mehr verrate ich euch NOCH nicht, habt Geduld, ich werde das Geheimnis in den nächsten Tagen lüften.

Dann sah ich ein Ortsschild, wir sind da.  Wir sind Nicht da!  Da stand „Glashütte“ im ersten Moment ein Schock, aber dann musste ich herzhaft lachen. Ich kenne nur das Glashütte bei Dresden, ich hatte einen Moment Angst, wir hätten uns schon wieder verlaufen 😉

Der nächste Ort war schon Bursfelde, was für ein schöner, kleiner Ort. Direkt zum Restaurant „Klostermühle“ mussten wir. Das Kloster war ja äußerlich wunderschön, aber das Restaurant war auch idyllisch gelegen. Ein schöner Bau mit alten, sanierten Gemäuer und einer herrlichen Terrasse, mit Reben an den Wänden. Hier kann man bleiben. Auch hier wurden wir sehr freundlich begrüßt und es wurden auch viele, interessante und offene Fragen gestellt, das hat mir gut gefallen. Wir wurden auch mit leckeren Speisen und Getränken versorgt und wir genossen diese tolle Pause.

Morgen früh geht es weiter ab 10:00 Uhr von der „Klostermühle“ Bursfelde nach Lippoldsberg. Es soll schon wieder so heiß werden, das muss am Freitag und den schweren Strecken liegen. Ich freue mich auf einen Besuch, die in Oedelsheim hoffentlich dazu stoßen werden. Bis bald eure Kathi