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6.7.15 Fuhrbach nach Duderstadt

Mir steckt der heiße Tag noch ziemlich in den Knochen, aber aufgeben zählt nicht. Nicht jetzt! Es sind auch nur „wenige“ Kilometer bis Duderstadt. Heute kommt „Kecki“ mit, darauf freute ich mich. Wir rätselten ob mit oder ohne Atti, aber wird es wieder so heiß, oder wird´s heute angenehmer?! Wir mussten ja immer alles genau planen, also fuhr ich nach Duderstadt mit meinem Auto und von dort holte mich Kecki ab und fuhren zusammen nach Fuhrbach, wo wir starteten. Das war nie ein Problem. Meine gute Erziehung hält mich dazu an, vorher zu fragen, ob ich parken dürfe. Das war in Duderstadt sehr schwierig! Aber ich fand dann tatsächlich noch jemand nettes, ein junger Mann von einem Motor- und Rasenmäher Laden, da durfte ich parken, obwohl es ein Kundenparkplatz war 😉

von Fuhrbach nach Duderstadt
von Fuhrbach nach Duderstadt

Dann konnte es ja losgehen, wir wussten, wir können heute nicht so schnell machen, denn mir tat noch alles weh. Ich war die letzten Wochen echt verwöhnt von netten, freundlichen Menschen, das sollte sich heute ändern. Muss wohl am Montag gelegen haben. Viel auffällige Unfreundlichkeit schlug mir entgegen, das war echt schon seltsam. Wir hatten uns viel zu erzählen und wir lachten über diese Miesepeter und ich erzählte Kecki noch von den tollen Erfahrungen und besonders von gestern, der Tag in Fuhrbach.

von Fuhrbach nach Duderstadt
von Fuhrbach nach Duderstadt

Und ziemlich zügig waren wir schon in Duderstadt. Wir kamen die Hauptstrasse entlang und kamen an ein Haus vorbei, was eine beängstigende Ausstrahlung auf mich hatte. Und ich zeigte Kecki, was ich meine, da war ganz offensichtlich ein Brand gewesen. Ich vermutete, dass wohl der Dachstuhl brannte. Mich wunderte nur, dass noch eine weiße, große Blumenampel an der Hauseingangstür hing, die Scheiben und das Grundstück aber verrammelt und verzäunt waren. Irgendwie wirkte es wie ein Geist auf mich und verlor´ alle gute Laune und etwas machte mich traurig. „Dann frag´ ich mal Tante Google…“ sagte Kecki und was er dann sagte, ging echt in den Magen und ins Herz. Ich hatte ein eisiges Gefühl, Hilflos und alles schien dunkel. Zwei kleine Mädchen kamen vor über einem Jahr bei diesem Brand ums Leben und ihr Großvater einen Tag später. Ich kann immer noch nicht beschreiben, wie dieses Gefühl war, ich hätte losheulen können. Ich hatte ja keine Ahnung von dieser Tragödie.

Ich durfte nicht stehen bleiben und weiter nachdenken, denn wir sollten schon pünktlich sein, also sind wir weiter zum Restaurant „Zum Löwen“, dort warteten der Bürgermeister Herr Nolte und einige Bürger, sowie die Behindertenbeauftragten. Wir bekamen Kaffee und andere Getränke und sprachen  über verschiedenste Ansichten.

Was mich auch richtig freute, Michelle und ihre Mama Kirstin kamen vorbei und Kirstin war sehr gerührt mich laufen zu sehen, das ging mir ans Herz!

von Fuhrbach nach Duderstadt
von Fuhrbach nach Duderstadt

Ich lernte übers Basketball vor einigen Monaten Michelle kennen, die mir von Beginn an sehr sympathisch war, genauso wie ihre lieben Eltern. Obwohl Michelle kein Basketball zur Zeit spielen darf, hoffe ich, das wir uns bald wiedersehen. Es war ein anstrengender, aber doch herzlicher Tag.

Nun geht es in den Endspurt und Wehmut macht sich bei mir breit, ich denke und hoffe, dass der ein oder andere das verstehen kann.

von Fuhrbach nach Duderstadt
von Fuhrbach nach Duderstadt

Bis dann Eure Kathi

Ein Gedanke zu „6.7.15 Fuhrbach nach Duderstadt“

  1. Hallo liebe Kathi,
    ich freu mich sehr, wie sensibel Du auf das Haus mit dem Brand und die traurige Geschicht empfunden hast. Und da bist Du losgezogen, um Menschen zu suchen und von Deiner Geschichte zu erzählen (wie toll) und bist auch empfänglich, für andere Geschichten. Ich denke, das es toll ist so eine Sensibilität zu haben für seine Umwelt und sich auch darin zurecht zu finden wie: Nicht zu tode betrübt zu sein, sondern das positive weiter zu sehen und zu „gehen“.
    Sei nicht traurig, wenn Dein Weg „Ich gehe für KIMBU und Meine NEURO“ bald“ zu ende ist. Du hast dann bestimmt einen großen Schatz eingesammelt. Danach kommt sicher noch viel viel Neues und Schönes, neue Herausforderungen: Neue Wege für andere und Dich Gehen … ich bin mir ganz sicher. Ich habe oft Tränen in den Augen, wenn ich Deine Tagebücher lese ( Müll am Straßenrand – da sollte man mal drüber nachdenken- oder rasante Autofahrer- oder Ängste überwinden mit dem Pferd- Du könntest in Schulen auch ganz „normalen“ deinen Weg erzählen. Ich glaube von echten erlebten Geschichten zu erzählen, hat eine unglaubliche Wirkung. Und das es an der nötigen Energie und dem Herz nicht mangelt kann man fühlen. :-)
    Susanne (Blaubeerflückerin und Liebende aus Oldenburg)

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