Kategorie-Archiv: Tagebuch

18.6.15 der RUBINA Weg von Adelebsen nach Hevensen

Heute weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich schreibe euch ja immer über die schönen Wege und die tolle Landschaft, das muss ich aber heute sehr kurz fassen. Also, Wege waren echt super, weil es gab Rad- oder vernünftige Feldwege. Zu Beginn haben wir ordentlich einen nassen Hintern bekommen und die Schuhe quietschten, aber dann kam Sonne & Wind und man fühlte sich ein wenig, wie an der See, das war herrlich, empfanden genau so auch meine Mitläuferinnen Gabi und Rebecca (von KIMBU :-) ) Wir wurden sogar morgens von einem KIMBU-Einsatzwagen zum Start gefahren *stolz*.  Wir haben und nicht verlaufen, das ist diese Woche ja echt schon rekordverdächtig. Dennoch kamen wir auf einige Km mehr. Nun aber zu meinem wundervollen Tag, den Weg müssen wir mal auslassen 😉

Wir kamen nach einiger Zeit, noch im Regen, an einem Minigatter vorbei, in dem lauter Entenküken saßen. Ich würde dann aber von den Kenner verbessert, es waren Gänseküken. Die waren so süß und ich als Großstadtgöre hatte so ein süßes Ding noch nie von so nah gesehen. Die kleinen waren so gar nicht scheu und kamen sofort an pikten an meinen Fingern. Ich war verliebt. So knuffige kleine Wesen. Ich war echt eine Weile mit den kleinen beschäftigt, als wir dann bald weiter ziehen mussten. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass es ein „Tier-Erlebnistag“ wird. Ich hatte riesige Angst, vor einigen Dingen, ich glaube ich habe davon mal erzählt, einmal vor Spinnen, vor Schiffen (wenn ich drauf sein muss) und vor Pferden. Man sagt ja, Pferde sind Fluchttiere, aber was bin ich dann, wenn selbiges in meiner Nähe ist?! Ich möchte wetten, ich bin dann schneller, als die Pferde 😉  Schön wenn man das so schreibt mit dem Wissen, dass keins in der Nähe ist.

von Adelebsen nach Hevensen
von Adelebsen nach Hevensen

Wir gingen den Radweg weiter und ich genoss diese frisch verregnete Luft, es duftet dann nach kühlem, frischen Gras. Ich glaub, ich war kurz vorm Hyperventilieren, da ich soviel wie möglich aufnehmen wollte. Wir kamen an so vielen Weiden vorbei, bestückt mit Kühen und, in großer Entfernung, Pferden. Aus der Ferne fand ich diese Tiere auch  nett. Wir kamen um eine leichte Kurve und da stand schon wieder eins, es war braun-weiß, aber irgendwas war anders, ich kann euch nur nicht sagen was. Es fühlte sich an, als würde ich dieses Tier kennen. Ach, das ist doch völlig bescheuert! Kopfschüttelnd bin ich einfach weiter gelaufen, aber wie ein Camelion ein Auge auf dieses Pferd und eins auf den Weg gelegt. Eine junge Frau trainierte mit dem Pferd, es war an eine „Leine“ festgemacht und die beiden liefen immer wieder hin und her, gingen zusammen etwas tiefer und machten sich lang. Das war putzig anzuschauen, ein perfektes Team, dachte ich noch. Rebecca und Gabi bekamen von meinem Gedankenkarusell gar nichts mit und plötzlich blieb ich auf Höhe der beiden Trainierenden stehen und beobachtete das Pferd. Ich spürte zwar ein merkwürdiges Gefühl, aber keine direkte Angst, das verwirrte mich etwas. Die junge Frau kam dann in meine Richtung und sprach mich lieb an. Ich erzählte ihr von meiner Angst die sie gar nicht, wie andere, belächelte, sie blieb mit „Rubina“ stehen und wir unterhielten uns. Inzwischen waren Gabi und Rebecca auch da und wir plauderten alle ein wenig. Dann bot sie mir an, einfach mal näher zu kommen. Herr je, hatte ich zuviel Sonne abbekommen? Meine zwei Mädels halfen mir, näher an „Rubina“ ran zu kommen und die junge Frau erzählte mir, dass „Rubina“ oft gar nicht gut bei den Leuten ankommt, weil sie „anders“ sei, als andere Pferde. Das war sie! Sie war so schön und lieb und schon hatte ich meine Hände an ihren Nüstern und ihr glaubt nie was passiert ist. Rubina schloss ihre Augen und genoss wie ich jeden Moment. War das atemberaubend. Ich wollte gar nicht weg. Und die Mädels standen mit offenen Mund da, denn immer wenn etwas mit Pferden war, dann war ich weg, bevor das „Pf..“ ausgesprochen war und nun stand ich mitten auf einer Weide mit zwei völlig tiefen entspannten Wesen. Wie schade, das war, dass wir weiter mussten, ich wollte gerade gar nicht. Rubina, du wirst ganz doll in meinen Gedanken weiter wohnen und vielen Dank an die junge Frau, die einfach ganz spontan eine Pferdetherapie machte. Ihr seid super!

von Adelebsen nach Hevensen
von Adelebsen nach Hevensen

Ich konnte gar nicht reden, ich wollte diesen Moment einfach nicht aus meinen Kopf bekommen und tapselte meinen Weg weiter. Rebecca und Gabi waren begeistert und erzählten und wunderten munter vor sich hin. Die Km zogen sich und wir kamen wieder an einer Weide vorbei, diesmal waren es Kühe, die es mir angetan haben. Wunderschönes Cappuccino-Braun und hübsche Gesichter, ich rupfte etwas Gras ab und hoffte, sie füttern zu können und somit anzufassen. Haaa, es klappt :-)  Ich finde Kühe überhaupt sehr schöne Tiere. Die zwei Mädels sagten dann nur “ Los, wir müssen weiter, wir sind noch nicht da und auf dem Schulbauernhof warten sicher auch Tiere…“

Also stiefelte ich artig hinter her, ich glaub ohne die beiden, wäre ich Sonntag noch nicht da, viel zu viele Eindrücke. Schulbauernhof. Was macht man da eigentlich?? Wahrscheinlich bekommt man dort die verschiedenen Getreide-, Obst- und Gemüsesorten demonstriert?!

Wir kommen am Schulbauernhof an und Herr Kaiser, der Bürgermeister, wartete schon auf uns und begrüßte uns alle ganz lieb. Anja stellte sie vor, sie hatte die Zügel am Bauernhof in der Hand und wir unterhielten uns erst einmal ganz bunt durcheinander.

von Adelebsen nach Hevensen
von Adelebsen nach Hevensen

Herr Kaiser und ich unterhielten uns über das Projekt und mein „Gerät“. Er war sehr interessiert und auch traurig, dass man diesen Weg wählen „muss“, um daran zu kommen. Wir gingen dann direkt auf den Hof, wo eine 9.Klasse aus Herne saß und auf ihre neuen aufgaben warteten.

von Adelebsen nach Hevensen
von Adelebsen nach Hevensen

Ein Mädchen (Miriam), so quirlig wie ich, erklärte genau, was hier alles passiert. Miriam macht auf dem Hof ihr „soziales Freiwilligenjahr“ und hilft den Schüler, die den Hof besuchen bei ihren Aufgaben. Dazu zählt unter anderem, die Hühner, Schweine, Kühe, Schafe, Ziegen und Gänse füttern  und misten.Die Kühe müssen von den Kids gemolken werden und auf die Weide, sowie von der Weide zurück getrieben werden. Es war so toll, das ganze Zusammenspiel von den Kindern mit den Tieren und wie aus Kindern Selbstversorger werden. Axel und Anja haben mit Helfern wie Miriam ein ganz großartiges Projekt ins Leben gerufen.

Selbst ich, habe das erste Mal eine Kuh gemolken, ein Huhn angefasst und Schweine gestreichelt. Einfach nur gigantisch dieser Hof.
Am 13. 9. 15 ist dort Hoffest und ich werde hin kommen, wahrscheinlich schon viel eher.

Auch dieser Hof ist auf Spenden angewiesen, da diese großartige Arbeit leider nicht vergütet werden kann. Schaut doch mal vorbei dort und sammelt diese tolle Erfahrung.
Vielen Dank an das ganze Team!

Nun geht es weiter nach Moringen, dort werde ich gegen 14 Uhr eintreffen, am Sportplatz, an dem ein Kinderbenefiz Fussballspiel stattfinden wird. Ich freue mich auf euch Moringer :-)

16.6.15 der „Förster Matthias“ Weg von Uslar nach Adelebsen

Es ist Dienstag, der 16.6. und ich war diesmal bewaffnet vor der Kälte. Ich musste morgens noch zu Physio 2000, um die Muskeln zu lockern und den Fuß zu tapen, noch schnell ein Käffchen hintergekippt und auf nach Rosdorf, ich wollte ja noch Gabi schnell abholen.
Dort war natürlich die erste Frage nach meinem Fuß, aber dem ging es wieder gut, mit dem Tape merkt man dann gar nichts mehr. Wir sind direkt Richtung Uslar gefahren und haben unterwegs über die Strecke gesprochen, dass vor kurzer Zeit ein Radweg eröffnet wurde, der aber noch nirgends verzeichnet wurde.

Weg von Uslar nach Adelebsen
Weg von Uslar nach Adelebsen

In Uslar trafen wir noch einmal Christiane und wir tranken in Ruhe noch einen Kakao. Huch, es war schon 20 nach 10, als wir erst los gelaufen sind, aber bisher waren wir auch immer zu zügig. Es fing gleich ziemlich steil an, wenn man mit dem Auto unterwegs ist, fällt einem das nie so auf, aber zu Fuß zieht sich so ein „Hügel“ wie Kaugummi. Wir ließen Uslar und den ersten Ort hinter uns und mussten immer an der Landstraße entlang. Nur wenige Autofahrer achteten auf uns, bei denen ich mich auch bedankte, aber die meisten rasten rücksichtslos nur wenige Zentimeter an uns vorbei, ich weiß nicht, wie oft wir uns zur Seite, in den Graben „retten“ mussten. Wir sind schon ziemlich vorausschauend gelaufen.

Dann kamen wir nach Schoningen, auch nur ein kleines Örtchen und ich musste schon wieder P*p*, da war eine kleine Volksbank und ich fragte die nette Dame, ob ich mal auf Toilette dürfte. Auch sie war etwas fragend, aber ließ uns dann in die Räume, kam aber mit und wir erzählten von unserem „Auftrag“ und es kam zu einem tollen Gespräch. Wir mussten aber leider weiter und fort waren wir.

Weg von Uslar nach Adelebsen
Weg von Uslar nach Adelebsen

Weiter ging es an der Landstraße, langsam merkte ich mein Loch im  Magen. Ich hätte gern mal eine Bank zum sitzen, bitte. Keine Chance! Wir kamen in Offensen rein und  suchten nach einer Bank, fanden dann einen kleinen Mauervorsprung und setzten uns dahin. Wie lecker ein Kräuterkäsetoast sein kann, mit gekochtem Ei und Gurke. Das war fein. Wir beobachteten die Autos und Menschen, die an uns vorbei kamen und die Sonne leistete uns inzwischen auch Gesellschaft, das tat gut. Aber wir hatten noch einige Kilometer vor uns, also machten wir uns wieder auf den Weg. Gabi meinte, kurz nach Offensen beginnt der Radweg, wir müssten uns nur links halten. Und tatsächlich, ein Radweg war ausgeschildert.

Endlich weg von der Straße, kamen wir an einem Friedhof vorbei. Wenn dieser so ganz einsam am Wald liegt, finde ich den schon etwas unheimlich. Wir sind einmal um den Friedhof herum und weiter in ein wunderschönes Waldgebiet, aber wie ein neuer Radweg sah das nicht aus, vielleicht für ein Mountainbike.

Es war so still, außer ein paar Vöglein, war nichts lebendiges zu sehen.  Ein bisschen komisch war mir schon, der Wald hatte etwas Angst einflößendes. Dann knackte es überall und ich sah echt schon Gespenster, Gabi hatte sichtlich Spaß an meinen riesen Augen. Jenny (die Fußballerin von Freitag) erzählte mir erst von aggressiven Wildschweinen, die gerade erst Frischlinge in die Welt gesetzt haben. Also hab ich mir für alle Fälle etwas Tierabwehrspray besorgt und hatte das in diesem Moment Griffbereit. Wie kann man sich am heller lichten Tag nur so in die Hose machen?! Herr je, da vorn war Licht, ich schaute auf meinen Kilometermesser, super, wir sind in 2 Kilometern da :-)

Oder auch nicht, ihr glaubt es nicht! Wir waren so was von falsch, wo bekommen wir jetzt einen Mensch her? Ihr mögt jetzt denken, ich sei verrückt, aber ich denke, ein Schutzengel oder was auch immer, ist auf meinem Weg dabei, denn als wir stehen blieben, um zu überlegen, wie wir es jetzt anstellen, kam ein Auto! Ja mitten im Wald! Ein sehr hilfsbereiter Förster beendete sein Telefonat und kramte seine Waldkarten hervor, die auf mich wieder wie Schnittmuster für eine schickes Oberteil wirkten und erklärte uns, das wir uns viele Kilometer zu weit westlich befanden. Er half uns echt weiter und brachte uns zum DEM Radweg.

Wir waren viel zu spät dran und Hauke rief bereits an, der mit uns eine Teilstrecke mitlaufen wollte.  Aber soweit waren wir noch nicht. Noch mindestens 7 Kilometer und theoretisch mussten wir in einer Stunde da sein. Zum Glück sagten meine Betreuer jedem, dass immer mit Plus/Minus einer halben Stunde gerechnet werden muss. Wir haben unsere km/h Statistik erhöht auf 5,2 und für mich war es echt anstrengend. Bergab kam der Schmerz im Fuß zurück und Hunger hatte ich jetzt auch wieder. Aber pausieren kam überhaupt nicht in Frage, ich wußte, dass mindestens das liebe Ehepaar aus Barterode und der Bürgermeister auf uns wartete und natürlich Hauke (vom Göttinger Tageblatt), der die letzten Kilometer mitlaufen wollte.

Weg von Uslar nach Adelebsen
Weg von Uslar nach Adelebsen

Ich scherzte noch und meinte, wir würden heute einen neuen Streckenrekord aufstellen, da sahen wir schon Hauke. Ich sagte ihm, dass wir direkt weiter laufen mussten und unterwegs weiter reden. Gabi sorgte sich um meinen Fuß und ich sollte mich entscheiden, jetzt die letzten Km mich besser fahren zu lassen?! Ich gebe zu, ich habe kurz überlegt, aber ich wollte niemanden enttäuschen. Also ging es stramm weiter. Ich seh´ das Ortseingangsschild, wie man sich darüber freuen kann. Oh nein, kurz vorm Ziel, ich muss mal ***. Aber wir hatten doch keine Zeit. Da war wieder mein „Engel“, mitten auf der Hauptstrasse kam ein Mann aus dem Haus und wollte seinen Laden abschließen und ich „überfiel“ ihn mit der Bitte, ob ich vielleicht mal „dürfte“, die beiden bekamen es kaum mit, da war ich schon wieder fertig. Ich bedankte mich hastig und wir liefen die letzten Meter, an einem Bäcker vorbei, wie lecker das roch, am liebsten jetzt einmal durch die Auslage schlemmen… NEIN! Weiter, es ist nicht mehr weit!

Weg von Uslar nach Adelebsen
Weg von Uslar nach Adelebsen

Und wir kamen im Bürgerpark an. Oh Ha, da standen einige Leute und die applaudierten, als wir die letzten Meter auf sie zu kamen. Hochwasser in den Augen, ziemlich erschöpft waren wir angekommen und ich wurde sehr liebevoll in Empfang genommen. So tolle Menschen und ganz toll angerichtete Getränke. Familie Keydel- Bock hat sich wieder sehr ins Zeug gelegt.

Weg von Uslar nach Adelebsen
Weg von Uslar nach Adelebsen

Als ich Marion und Hans sah musste ich sie mal ganz doll drücken, so schön haben sie alles organisiert. Das sind die beiden, die nicht nur das tolle Sommerfest in Barterode ausgerichtet hatten (7.6.15) sondern auch mit dem Seniorenbeirat diesen echt tollen Bewegungspark ins Leben riefen und errichteten.

Ich könnte mir nichts richtiges darunter vorstellen, aber so wie ich diese Familie kennen gelernt habe, musste es was schickes sein und deswegen freute ich mich auch heute.

Weg von Uslar nach Adelebsen
Weg von Uslar nach Adelebsen

Und meine Erwartungen wurden noch übertroffen. Im Bürgerpark, neben Spielgeräten, wurden auch Geräte aufgestellt, an denen Groß und Klein Spaß an der Bewegung haben können. Schaut es euch mal an.

Weg von Uslar nach Adelebsen
Weg von Uslar nach Adelebsen

Es waren noch der Ortsbürgermeister von Adelebsen Prutschke  und Ortsbürgermeister von Lödigsen Herr Hille und ganz viele Bürger da, über jeden einzelnen habe ich mich sehr doll gefreut und natürlich über die Spenden. Es waren so unkomplizierte und schöne Gespräche, ich habe mich einfach sauwohl gefühlt.

Weg von Uslar nach Adelebsen
Weg von Uslar nach Adelebsen

Mit Muskelkater, einem neuen Streckenrekord von 20,64 Kilometer und einem sehr blumigen Abschluss, blicke ich auf diesen Tag zurück und kann nur ganz dick DANKE! sagen.

Weg von Uslar nach Adelebsen
Weg von Uslar nach Adelebsen

Donnerstag, den 18.6. starte ich 10:00 Uhr vom Bewegungs- und Bürgerpark Adelebsen nach Hevensen in den Schulbauernhof, auf den ich mich auch freue.

Und bin gespannt, welches Abenteuer auf uns wartet und welchen lieben Menschen wir begegnen werden. Ich freue mich auf euch….Eure Kathi :-)

15.6.15 Schwester-Weg von Lippoldsberg nach Uslar

Für mich war es heute ein etwas emotionaler Tag.
Ich war gestern beim Footballspiel bei den Göttingen Generals Junior gegen die Hannover Grizzlys Junior und da überraschte mich meine Schwester (Annett), meine Nichte (Tabsi) und mein Schwager (Peter). Ich war ganz aus dem Häuschen, denn die drei kommen aus Berlin. Somit durfte ich mich auf dreieinhalb Begleiter freuen, halb(?), weil meine Nichte nicht die ganze Strecke mitlaufen sollte, sondern wir sie unterwegs abfangen würden.

VON LIPPOLDSBERG NACH USLAR
VON LIPPOLDSBERG NACH USLAR

Svenja holte mich von zu Hause ab und wir fuhren vorsichtshalber die Strecke noch einmal ab, denn wer schon mal von Uslar nach Lippoldsberg gefahren ist, weiß, wie Mist diese Strecke ist. Wir stiegen aus, die anderen 3 waren auch schon da und ich fror mir direkt den Hintern ab und da gibt´s eine Menge zu frieren 😉  Das war so kalt, dass ich einen Schneeschauer befürchtete. Alle tänzelten von einem Bein auf das andere, denn vor 10 Uhr starten wir nicht.

Dann endlich ging es los. Tabsi  blieb bei ihrem Papa, während ich Svenja und meine Schwester nahm und los stiefelte. Wir kamen ganz schnell darauf, dass man
a) joggen könnte, was das Gerät nicht hergibt, oder
b) viele Berge erklimmen könnte, damit wir warm werden.

Dann fiel mir wieder ein, dass ich gleich die 100 Kilometer erreichen würde.
Um ein Haar hätten wir es sogar verpasst, denn wir mussten höllisch aufpassen. Aber pünktlich bei 99km, hab ich das Video angeschmissen, ich freue mich immer noch und bin natürlich sehr stolz. Gerade weil man doch hin und wieder auf Zweifler trifft, was mich sehr verletzt. Ich habe mir meinen Weg selbst erkämpft und werde es weiter tun, niemand hindert mich daran. Auch mein Körper nicht!
Nach wenigen Kilometern bin ich, total trottelig umgeknickt, nicht etwa dass ich in einer brenzligen Situation war, einfach nur so :-( Kurz hinsetzen, Fuß abchecken, Zähne zusammen beißen und weiter geht´s.

Da sich die beiden etwas Sorgen machten, haben wir dann beschlossen, dass wir doch den Waldweg nehmen. Also rein in den Wald und wir wollten dann den nächsten Menschen fragen, ob wir richtig waren. Der ließ gar nicht lange auf sich warten und da kam ein silberner Jeep, den hielt ich kurzer Hand an und fragte.  Der sehr nette Mann half uns weiter und war so gar nicht begeistert von unserem Waldvorhaben. Ich muss gerade laut lachen, ich vermute er hat mein Tagebuch und den 1.Tag gelesen, oder davon gehört, denn uns kannte er nicht. Also entschied er für uns, zurück zur K449 und 500 Meter weiter sollte etwas versteckt ein Radweg beginnen.

Dann war es passiert! „Quitte“ schaute aus dem Autofenster und all unsere Stimmen gingen wieder 10 Oktaven nach oben. Ich befürchte selbst Wildschweine sind von dem quietschenden Geräusch noch Wochen am wegrennen. Eine klitzekleine, wunderhübsche Welpendame namens „Quitte“ wurde aus dem Auto gehoben und uns vorgestellt. Im nach hinein, die arme, da stehen quieckene Frauen, die sich gar nicht mehr ein kriegen und fummelten an dem Welpen herum. Die war aber auch süß.  Ach, wie war der Weg doch gleich?! Er bat uns an, uns ein Stück zu fahren, auch wenn er es gar nicht verstand, ich musste das Angebot sofort ausschlagen. Ich erklärte ihm, dass dann mein Projekt hinfällig wäre und ich es mir nicht bewiesen hätte. Er konnte es nicht nachvollziehen. Aber er war ganz lieb und wir mussten uns auch schweren Herzens von „Quitte“ verabschieden.

Wir fanden den Radweg und ich genoss wieder diese herrliche Natur und ich konnte wieder gar nicht schnell genug atmen. Diese tolle Luft, die schönen Bäume, mein Fuß tat weh, aber pssst. Wir kamen an einem Feld-Waldstück vorbei und plötzlich hörten wir ein lautes Schreien und rufen …
Ich hab mich richtig erschrocken. Das war doch ein Hirsch?! Dann wieder! Wir blieben stehen und waren uns sicher, nein das ist ein Mensch, der da schreit.
Schock! Ist ihm was passiert? Wie würden wir an ihn ran kommen? Wir konnten die Richtung ausmachen und wussten, da ist ein sehr tiefer Abhang zwischen uns. Also erst einmal schauen, wie wir helfen könnten. Wir hatten dann Sichtkontakt zu dem Mann und wieder brüllte er los. Wir starrten dieses Mann an, um zu schauen, was da los ist. Er stand und rief immer wieder, ich verstand „Ernestoooo“ , Annett meinte er rufe “ Gerhaaaard“ (klingt ja ähnlich) und Svenja war noch mit lauschen beschäftigt.
Der arme vermisst seinen Hund, dessen waren wir sicher und hielten nach einem evtl. verletzten Hund Ausschau und lauschten, ob etwas raschelte. Wir waren so damit beschäftigt, den Mann mit Mitleid zu überschütten, wovon dieser natürlich nichts mitbekam, das wir im ersten Moment gar nicht registrierten, was dieser Mann da eigentlich tat. Ich weiß nicht, ob wir gleich laut los lachten, oder erst gestaunt haben und dann gelacht.

Weder Ernesto, noch Gerhard wurde vermisst…Er rief seine Kuhherde zusammen und trieb diese zurück in den Stall. Ja, die Großstadt-Gören 😉

VON LIPPOLDSBERG NACH USLAR
VON LIPPOLDSBERG NACH USLAR

Gar nicht viel später, kam ein Auto auf uns zu und ich sah meinen Schwager mit meiner Nicht, also durfte ich mal vor ein Auto springen, ohne dass mir was passiert. Tabsi ist ausgestiegen und wir sind zu viert weiter über Wiensen bis nach Uslar.

Da wartete Herr Bauer auf unsere Gruppe , Dieter Eikenberg, der wirklich täglich die tollen Bilder macht, und Herr Völke vom MVZ Uslar. Wir unterhielten uns ein bißchen und Herr Bauer erzählte mir alles über das Rathaus, welches wunderschön über das kleine Städtchen glänzt.
Dann sah ich auch jemand aus Christians´s Familie, seine Tante Roswitha und seine Cousine (mir eine Freundin geworden) Christiane. Darüber hab ich mich sehr gefreut. Meine Schwester verabschiedete sich, denn Tabsi muss morgen wieder zur Schule, also wurde nach dem Lauf die Heimreise angetreten.

Herr Bauer hatte noch Gäste in Empfang zu nehmen und verabschiedete sich auch.
Ich bekam von allen noch eine Spende, die mich natürlich wieder stolz werden lies. Vielen Dank dafür!

Svenja und ich schauten uns noch das MVZ von Herr Völkel an und er erklärte uns, was man als Arzt noch für Aufgaben zu erledigen hat. Und dann traten wir den Heimweg an, denn ich war noch beim Arzt, meinen Fuß anschauen lassen.

Morgen geht es 10 Uhr in Uslar am Rathaus los und es geht in den Bewegungspark Adelebsen, ich freue mich schon sehr auf Frau Keydel-Bock und auf alle Besucher. Bis morgen, Eure Kathi  :-)

12.6.15 RSV 05 Weg von Bursfelde nach Lippoldsberg

Dumm di Dumm di Dumm.. es flutscht heute, Brötchen sind geschmiert, Sachen bereit, Körper in Sonnencreme ertränkt und es kann losgehen.  Soll es heute echt so heiß werden, also im Moment ist es „Mädchen“-Frisch. Die Männer rennen ja schon bei 12 Grad in kurzer Hose herum, aber ich brauch da schon mal so 25 Grad. Also hab ich mir vorsichtshalber die „TAO“- Jacke übergeworfen und wir saßen noch etwas im Garten der „Klostermühle“ Bursfelde, falls es spontane Mitläufer gibt, dass sie die Chance bekommen, mit zu laufen. Es kam niemand, aber ich wusste ja, dass ein paar Kilometer  weiter, in Oedelsheim, zwei Mädels dazu stoßen werden :-)

Also ging ich erst einmal los, Christian ist mit dem Auto vor gefahren, bis Oedelsheim und blieb dort, falls etwas passieren sollte, war er immer in der Nähe. Es ist ja Murphys Gesetz, ich bin das erste Mal ganz allein unterwegs, dann würde was passieren. MP3 Player ins Ohr, was quatsch ist, der passt gar nicht rein, sondern nur die dazugehörigen Ohrstöpsel und schön an der Weser weiter. Ich mag Klangkarussell im Moment sehr gern und beim gehen finde ich das sehr entspannend. Was vielleicht aber einige nicht wissen, in den Liedern kommt ein Klingeln immer wieder vor, ich sprang  immer wieder zur Seite, damit der vermeintliche Radfahrer vorbei kann. Wie peinlich. Es gibt aber eine Sache, die mich echt richtig geärgert hat, es gibt ein Schild, mit dem ganz klar festgelegt wird, dies ist ein Fußgänger- und Radweg. Ich wurde zwei mal fast umgefahren, so dermaßen rücksichtslos und dann bekommt man noch blöde Sprüche, weil ich leider nicht genau gerade aus laufen kann. Ist es schwierig, die Geschwindigkeit zu drosseln? Darüber habe ich mich arg geärgert. In Oedelsheim angekommen, wartete Christian schon auf mich und wir setzten uns in ein kleines Lokal, wieder direkt an der Weser, ins „Fährhaus“.  Nun machten sich Muskelkrämpfe breit und Nervenschmerzen, aber auch dagegen bin ich gerüstet, wieder Magnesium in die Figur geworfen und nach einigen Sekunden ließ es mehr und mehr nach. Ich habe eine Kleinigkeit gegessen, denn ich war etwas früher als mit meinen Mitläuferinnen verabredet und man kann die Zeit ja sinnvoll nutzen 😉  Ich liebe essen, oder wie Susi sagen würde: “ Ich jogge nur, weil ich viel zu gerne esse!“

Es wurde schon wieder so warm, warm und nochmal warm, aber da sah ich schon zwei strahlende Gesichter, in einem schicken dunkelblauen Trikot.

Zwei der NullfünferGirls vom RSV 05 Göttingen, wir kannten uns bisher nur vom schreiben über Facebook, aber wir verstanden uns auf Anhieb. Jenny und Melanie, sie waren sehr sportlich, mal gucken, ob sie mich nicht aus Versehen verlieren 😉  Gleich ging es weiter in Richtung Lippoldsberg.

Weg von Bursfelde nach Lippoldsberg
Weg von Bursfelde nach Lippoldsberg

Nun ratet mal, von der Aussicht und der Natur waren beide genauso beeindruckt, wie ich seit Tagen schwärme. Wir quatschten über alles, was die Welt hergab, wie Mädels nun mal so sind und ziemlich flink waren wir leider (!) da.  Da haben wir aber alle nicht schlecht geschaut, als wir den Kilometerzähler raus holten und dieser 14,9 km anzeigte. Ja wir schaffen es, so viele Kilometer einfach zu verquasseln. Ihr kennt es sicher selber 18 Uhr verabredet und die Gespräche sind so witzig und vertieft, dass ihr „10 Minuten“ später auf die Uhr schaut und BÄHM 23:18 Uhr. Wie erklärt ihr das zu Hause… Bei uns war es ähnlich, zack, wir waren in Lippoldsberg.

Wir kamen zur Klosterkirche und wurden dort vom Ortsvorsteher Herrn Höffker, einer Bürgerin, Eikenbergs und natürlich Christian empfangen. Wie viele schön Dinge wir in der näheren Umgebung haben, ist schon kaum zu glauben. Ein wunderschöner Klosterhof lag dort, eine aus Naturstein gebaute Herberge im originell eingerichteten Zustand, es war kühl da drin, einfach toll.

Weg von Bursfelde nach Lippoldsberg
Weg von Bursfelde nach Lippoldsberg

Und dann führte uns Herr Höffker in die Kirche, 1151 erbaut und so erhalten und gepflegt. Wir waren alle ganz sprachlos, das hat was zu heißen und genossen jede Erklärung dieses Klosters, in dem Benedictina Nonnen bis Anfang des 16. Jahrhundert lebten. Seit dem wird alles so erhalten und sehr gepflegt. Auf den wichtigsten Gast, einen Turmfalken, wurde auch hingewiesen und er stellte sich ganz kurz „vor“.  Dass ich auf meinem Lauf solch kulturelle Schätze entdecken darf, ist mein persönliches „i“ Tüpfelchen.

Weg von Bursfelde nach Lippoldsberg
Weg von Bursfelde nach Lippoldsberg

Zu guter Letzt gab es sogar eine liebevoll geschriebene Karte mit einer großzügigen Spende. Vielen lieben Dank an Herr Höffker und an Lippoldsberg!

Montag starte ich direkt von der Klosterkirche, 10:00 Uhr und es geht nach Uslar :-)    neue Woche, neues Abenteuer… bis dahin Eure Kathi

10.6. und 11.6. Wege der Natur

10.6.15   Hann.Münden nach Hemeln

Gestern morgen bin ich motiviert aufgestanden, ins Bad gewackelt und gestriegelt und gebügelt und dann merkte ich *räusper* Halskratzen.
Oha, bitte nicht, nicht jetzt…. Dienstagabend haben ich mit Freunden den Beitrag bei Sat1 geschaut und wir saßen im „Omega“ auf der schönen Terrasse, hab ich mir da was eingefangen?! Aber über Nacht? Das konnte nicht sein. Ich hatte den Plan B im Schrank. Orthomol Imun, mein Helfer bei Infekten. Ich wollte auf keinen Fall pausieren und mein Dickkopf kam wieder durch. Ich will es mir und Euch zeigen, dass ICH mit meinem inkompletten Querschnitt, den Weg komplett schaffe.

Ich holte Gabi von der Werbeagentur IMPRINTS in Rosdorf ab und sagte ihr, dass wir heute etwas ruhiger laufen müssen. Sie atmete tief aus und meinte nur: „Ach Gott sei Dank, ich hatte schon Bange, ob ich mit Dir mithalten könnte…“  …Das machte mich ja schon stolz!

Ein Fußgänger hat Angst mithalten zu können 😉  Kathi, du machst alles richtig, dachte ich….

Meine Freundin Maike fuhr uns nach Hann.Münden und es war Markttag, das nutzten wir noch etwas aus und versorgten uns mit frischem Obst, lecker.

Wege der Natur, von Hann.Münden nach Hemeln
Wege der Natur, von Hann.Münden nach Hemeln

Auf ging es, direkt am Weserstein vorbei und auf Richtung Gimte. Orthomol hat, wenn man das so sagen kann, einen Nachteil, man (besser gesagt ich) muss ständig Pipi 😉   In Gimte kamen wir an einem kleinen, süßen Kiosk vorbei und fragte den lieben Herrn, ob es eine sanitäre Entspannungsanlage gäbe, okay ich musste es dann übersetzen, aber er war so lieb und brachte mich zu seinem Privattoilette, ganz lieb.  Und dann ging es direkt neben der Weser auf dem Radweg weiter.

Was für ein Ausblick! Ich war verliebt, es wurde von Meter zu Meter immer schöner.

Ich hab mir während dieser vieler Kilometer eine Unart angeeignet, immer wieder von Gräsern die Körner langsam abziehen, irgendwie hatte das etwas beruhigendes. Und immer wenn ich erzählte, rieß ich die nächsten Gräser ab und dachte in mir, nächste Jahr wachsen hier noch mehr Gräser. Die Biologen und Landwirtschaftler  unter euch, werden sich vermutlich gerade an den Kopf fassen, aber lasst mich in dem Glauben. Als Gabi das sah, fragte sie „Hahn oder Henne?“ und ich dachte nur, was will sie? Da schaute sie aber geschockt, als sie das Fragezeichen über meinen Kopf zerplatzen sah und fragte, ob wir das als Kind nie gespielt hätten?! Aber was? Gummihopse und verstecken, aber „Hahn oder Henne?“ Also erklärte sie mir das ganz geduldig und ich hatte einen Narren an „meinem neuen Spiel“ gefressen.

Wir waren ziemlich flott am Ziel und wurden im Gasthaus „Zur Fähre“ lieb in Empfang genommen, es gab lecker selbstgebackenen Kuchen, damit bekommt ihr mich alle hervor gelockt, und wir bekamen erfrischende Getränke. Der Biergarten ist traumhaft an der Weser gelegen und schön gemütlich. Ward ihr dort schon mal? Ich komme wieder, denn das ist echt urig dort.

Aber wir mussten zurück nach Göttingen, denn da wartete eine Überraschung auf mich.

Rosdorf steht auf...
Rosdorf steht auf…

Die Organisatoren von „Rosdorf steht auf..“ wollten mir den Scheck von der vergangenen Samstagsaktion übergeben. Schnell geduscht, ohne Haare 😉 , ging es nach Rosdorf und da standen alle.
Dr. M. Thiele (Kanzlei Kleinjohan), M.Jacobs (Rewe Rosdorf), A.Wenzel (Steuerberater BZK Rosdorf), P.Scholz (Suppen-Cultur) und Eikenbergs (Imprints Rosdorf) und danach wurde mir ein riesiger Scheck überreicht und da meine ich nicht nur die Größe, sondern eher die Höhe!
Rosdorf ihr seid Spitze!!! Meine Überraschung für euch folgt :-)

Rosdorf steht auf...
Rosdorf steht auf…

11. 06.15

Im Bettchen ist es schon schön. Schön warm und flauschig. *Kreisch* Ich habe verschlafen!!! Es musste ja irgendwann passieren. Jetzt aber zackig, alle Medis (Medikamente ist mir zu lang) im Klumpen runter geschluckt und los geflitzt. Ihr kennt das sicher, wenn das Bein eingeschlafen ist und dann aufwacht, dieses leichte kribbeln, bloß nicht auftreten und laufen?! So fühlt es sich an, ohne meine NeurO.R.T.hese, also ist „los geflitzt“ eher ein Scherz. Aber jetzt musste es zügig gehen. Halskratzen war nicht weg, Orthomol hinter her, mit dem Gedanken im Kopf „Oh Oh“ …

Julia hat mir versprochen, mich eine Strecke zu begleiten, der Weg von Hemeln nach Bursfelde war doch da genau der richtige.  Wir sind zurück zum Gasthaus „Zur Fähre“ und ich fragte die lieben Leute, ob ich nochmal P*p* machen dürfte, das war natürlich kein Problem, aber lieber frag ich. Ich mag ja auch nicht plötzlich wen in meinem Wohnzimmer sitzen haben. Wir wussten, die Strecke ist kurz, deswegen konnten wir ganz langsam gehen, ohne zu stressen.

Auf dem Weg nach Bursfelde
Auf dem Weg nach Bursfelde

Wir hatten die Weser noch links von uns und Julia gab mir dann völlig recht, als sie die Bilder der Natur sah. Ich erzählte ihr über diese Wolkenbilder und was sie zu bedeuten haben. Sie fragte mich dann, ob ich heute meine Medis im Stück, statt nacheinander, eingenommen hätte. Ich konnte ihr ja jetzt nicht recht geben 😉 Sie wusste davon nichts, also verratet mich bitte nicht. Dann kamen wir an einer Stelle vorbei, an der ein Bagger etwas ausgehoben hatte und ich ließ es mir nicht nehmen, unsere Namen mit Fingernägel reinzuschreiben und Julia machte mit, sieht doch schön aus, oder?!

Ich hatte euch vor einigen Tagen von der wahnsinns frischen Luft erzählt, heute ist es Julchen auch aufgefallen und sie meinte, da schlafe ich sicher wie ein Stein und wir wurden von einem hektischen Klingeln aus unseren Träumereien geweckt. Hektisch meine Bauchtasche ausgeräumt, hechelte ich ans Telefon. Eine nette weiblich Stimme stellte sich freundlich vor und wir plauderten eine Weile und es war ein sehr angenehmes Gespräch. Julia guckte mich fragend an und am liebsten hätte ich noch beim telefonieren los geplappert, aber das tut man nicht, somit vernahm Julchen nur mein nervöses hin und her tänzeln. Ich hatte aufgelegt und musste ihr gleich alles Haarklein erzählen, immer wieder ein quiecken, kreischen, ein verwundertes „NEEE?!“ und „Oh“ kam aus uns herausgesprudelt. Mehr verrate ich euch NOCH nicht, habt Geduld, ich werde das Geheimnis in den nächsten Tagen lüften.

Dann sah ich ein Ortsschild, wir sind da.  Wir sind Nicht da!  Da stand „Glashütte“ im ersten Moment ein Schock, aber dann musste ich herzhaft lachen. Ich kenne nur das Glashütte bei Dresden, ich hatte einen Moment Angst, wir hätten uns schon wieder verlaufen 😉

Der nächste Ort war schon Bursfelde, was für ein schöner, kleiner Ort. Direkt zum Restaurant „Klostermühle“ mussten wir. Das Kloster war ja äußerlich wunderschön, aber das Restaurant war auch idyllisch gelegen. Ein schöner Bau mit alten, sanierten Gemäuer und einer herrlichen Terrasse, mit Reben an den Wänden. Hier kann man bleiben. Auch hier wurden wir sehr freundlich begrüßt und es wurden auch viele, interessante und offene Fragen gestellt, das hat mir gut gefallen. Wir wurden auch mit leckeren Speisen und Getränken versorgt und wir genossen diese tolle Pause.

Morgen früh geht es weiter ab 10:00 Uhr von der „Klostermühle“ Bursfelde nach Lippoldsberg. Es soll schon wieder so heiß werden, das muss am Freitag und den schweren Strecken liegen. Ich freue mich auf einen Besuch, die in Oedelsheim hoffentlich dazu stoßen werden. Bis bald eure Kathi

8.6.15 der Entspannungsweg (nach Hann.Münden)

Es ist Montag, kurz nach 8, man sollte meinen ich bin wach, aber irgendwas machte mir da einen Strich durch die Rechnung. Ach Mensch, wieso bin ich so müde, ich war doch früh im Bett. Susi würde es schaffen, mit ihr zusammen bin ich hellwach. Ich hab Susi abgeholt und sah schon, nix da…

Wir sind dann ganz gemütlich zum letzten Ziel gefahren, zum Erlebnispark Ziegenhagen. Sarah und Mike (die Betreiber vom Erlebnispark) warteten auf uns und erkannten das „Elend“. Ehe wir uns versahen standen schon zwei lecker, heiße Kaffee da. War das schön entspannt, mitten in der Natur da sitzen, den frischen Kaffeeduft und über das Wochenende plaudern. Ach herrlich! Habt ihr schon einmal eure Augen in so einer Situation geschlossen und einfach nur der Natur gelauscht und die Düfte auf euch wirken lassen?! Wir machen das viel zu wenig!

Hui, wir haben ganz die Zeit ver“chillt“ , somit sind wir erst viertel nach 10 los. Wie peinlich. Schnell die „Koffer“ um den Bauch geschnallt und los ging es… Nach etwa 2 Kilometer bekam ich schon wieder Wadenkrämpfe, das kann doch nicht sein, der Freitag hing uns immer noch in den Knochen. Aber diesmal war ich bewaffnet, also zog ich das Magnesium aus der Tasche und dachte nur „nee lieber Körper, du bremst mich jetzt nicht!“ und schüttete mir das Direktgranulat rein. Ein paar Minuten später war der Krampf weg und wir konnten eine unglaubliche Aussicht genießen. Susi meinte dann ganz aufgeregt „Schau mal, da sitzt ein Hase..“ Ich hab wirklich meine Augen rausgefahren, aber ich sah nix und sie zeigte immer wieder auf einen dunklen Fleck. Ich meine, das war kein Hase und wir rätselten hin und her. Plötzlich hob der Hase seine Flügel und startete in die Luft. Ganz eindeutig, der gemeine Hasenvogel, er kommt nur in diesem Naturgebiet vor und ist selten zu sehen 😉

Ich weiß nicht wie lange wir gelacht haben, aber einen niederländischen Motorradfahrer haben wir damit wohl verwirrt. Wir kamen durch Oberode und stellten beide fest, dass das ein wunderschöner, kleiner Ort ist mit schicken Häuschen.

Wir kamen an einer Stelle vorbei, an der wir verharrten und still blieben. Unsere Gedanken kreisten um die Familie und Freunde.

Es ist nicht nur lustig unterwegs, auch Nachdenklichkeit und ernste Gespräche finden dann statt.

Lasst uns rücksichtsvoller auf Straßen sein.
Lasst uns rücksichtsvoller auf Straßen sein.

Wir kommen an so vielen Straßenkreuzen vorbei und jedes mal stockt mir der Atem. Wieder ein Mensch, der auf der Straße sein Leben lassen musste. Egal wie jung oder alt dieser Mensch war, es ist einfach so UNNÖTIG!  Wenn alle Rücksicht nehmen auf ALLE Verkehrsteilnehmer, dann muss so etwas nicht passieren! Von Alkohol am Steuer oder anderen Drogen möchte ich jetzt gar nicht erst sprechen! Es gehört sich einfach nicht!

Wir alle wollen ein glückliches und langes Leben genießen, also lasst uns rücksichtsvoller auf Straßen und Fußwegen sein.

Nachdenklich machten wir uns weiter, schließlich gab es einen Traum zu erfüllen!

Wir sind links von der Werra gelaufen und ein landschaftlicher Traum. Wir besprachen unsere Tourpläne und wo wir die heutige Pause einlegen, wie immer waren wir uns schnell einig. Bis zum Biohotel Werratal mussten wir kommen und das ging schneller als wir dachten. Die Terrasse ist echt schön und wir platzierten uns direkt in die Sonne. Eine nette Frau brachte uns die bestellten Cappuccino und Susi aß noch eine sehr lecker Vorspeise. Ich persönlich fand das Restaurant etwas zu hochpreisig, aber wer vegane und vegetarische Kost mag, ist dort genau richtig.
Auch Susi´s vegetarische Vorspeise war sehr lecker.

auf dem Weg nach Hann.Münden
auf dem Weg nach Hann.Münden

Wir konnten völlig entspannt bleiben, denn wir waren zu früh, wir wurden doch erst 14:30 Uhr erwartet und wir wollten keine Pläne durcheinander bringen, also ließen wir wieder die Seele baumeln. Meine Freundin Maike, die heute im Hintergrund für uns parat stand, falls irgend etwas passiert,  hat uns entdeckt und kam noch kurz davor, denn wir mussten jetzt weiter. Wir gaben Maike an, welchen Weg wir die letzten 5 Kilometer laufen, damit sie im Notfall weiß, wo wir etwa stecken. Wir liefen den Radweg und Maike musste vorfahren, da dort kein Auto lang kam und zeigte uns einen Parkplatz, an dem sie wartete.

Was keiner ahnt, wie wunderschön dieser Radweg ist! Wie oft wir stehen blieben, rechts die Werra, die bald enden sollte, links die Wälder und die Luft. Die war so rein und sauber und man hatte das Gefühl, der frische Sauerstoff versucht jede Pore zu erreichen. Wir wurden immer langsamer, genossen jeden Meter und die Naturgeräusche! Das rauschen der Werra, das zwitschern der Vögel und diese frische Luft, wir waren uns einig, das nun der Moment gekommen war, eine Decke zu organisieren und genau hier sich hinzulegen und ein Schläfchen zu halten.

Schade, das geht nicht, oder zum Glück, wie sich gleich herausstellte. Wir liefen weiter und entdeckten eine kleine Weide mit wieder einmal echt schönen Kühen und wir alberten herum wie Kinder „..die weiße gibt Milch, die beige gibt Cappuccino und die braune dort… Was macht die braune dort?…“ Als wir noch rätselten, welche Kuh welches Getränk wohl abgab, brachte die dunkelbraune Kuh ein kleines Kälbchen zur Welt. Ihr wisst bestimmt was da abging …“Ohh, wie süß… ohhh schau´ mal…ohhh…“ Ein entzücktes Wunder „ohhh“ wurde vom nächsten abgelöst und ich holte rechtzeitig mein Handy raus, als das Kälbchen das erste mal aufstand. Wie süß und wie wir Mädels dann unsere Stimmlagen verändern ist mindestens genauso Bewundernswert :-)  Wir waren noch mit quicken und jauchzen beschäftigt, als und klar wurde, wir haben gerade viel Zeit ver“wundert“ und mussten uns jetzt echt ran halten.

Schnellen Schrittes ging es am Parkplatz vorbei, Maike winkend und direkt zum Rathaus.

Dort wurden wir von einigen Leuten empfangen und die erstaunten Touris wunderten sich über diesen großen Empfang von zwei Mädels mit weißen Shirts und bepackt mit allen möglichen Sachen. Ein paar Tische standen da mit frischen Äpfeln, Bananen und leckeren Getränken, organisiert von Frau Bytom.  Auch der Bürgermeister Herr Wegener stieß noch dazu und wir hatten alle tolle Gespräche. Auch ihn lobte ich für diesen fantastischen Radweg, den wir auf den letzten Touren nur selten sahen. Aus dem Grund waren diese 13,5 Kilometer so entspannt, das wir diesem Weg den Namen gaben.

Heute abend 17:30 Sat1 Regional schauen, da ist unser krasse Freitagstour aufgezeichnet worden.

Also schaltet alle ein!
Morgen (10.6.) geht es ab 10 Uhr von Hann.Münden nach Hemeln, dort werden wir zwischen 13 und 14 Uhr eintreffen. Ich freue mich über viele Besucher :-) Eure Kathi

Einladung zum Sommerfest nach Adelebsen-Barterode

Ich wurde von einigen Tagen von Imprints Rosdorf informiert, dass eine liebe Familie und der Seniorenbeirat Adelebsen uns zu ihrem jährlichen Sommerfest einlud. Ich habe ja heute Laufpause, also könne ich ja machen, was ich möchte. Also entschied ich sofort, ich möchte die Menschen kennenlernen und dann noch ein Sommerfest. Schön draußen sitzen, bei Kaffee und Kuchen viele bunte Sachen erzählen. Ich muss zugeben, ich kenne wie die meisten von euch, Barterode nur von der Bihun-Suppe und die mag ich nicht. Ein Besuch des Bihun-Suppen Festes lohnt sich also für mich nicht.

Ihr kennt aber nicht den Garten von Herrn Bock und Frau Keydel-Bock. Ich war schwer beeindruckt!

Sommerfest in  Adelebsen-Barterode
Sommerfest in
Adelebsen-Barterode

Das Sommerfest fand tatsächlich in einem privatem Garten statt.

Ihr denkt sicher “ Schade!“ Und ich weiß, Schade, dass ihr da nicht ward. So ein wunderschöner Fleck Natur! Und es wollte gar nicht mehr aufhören. Immer mehr schöne Ecken entdeckten wir. Man sollte sich ja erst einmal vorstellen, aber wir waren so beschäftigt mit den Erkundigungen dieses (Fast) Parks, dass sich die Begrüßung um einige Minuten verschob, aber Frau Keydel-Bock kam schon auf uns zu, sie hatte den Vorteil, sie erkannte mich von den Bildern in Zeitung und Web.

Sommerfest in Adelebsen-Barterode
Sommerfest in Adelebsen-Barterode

Wie sich schnell herausstellte ein sehr herzensguter Mensch und wir drehten zusammen eine Runde durch ihren Garten.

Sommerfest in  Adelebsen-Barterode
Sommerfest in Adelebsen-Barterode
Sommerfest in  Adelebsen-Barterode
Sommerfest in
Adelebsen-Barterode

In ihrer Ansprache, die sie mit ihrem Mann (Herrn Bock) hielt, stellte auch sie mein Projekt vor und anhand der Reaktionen der Besucher, wusste ich, hier ist mein Projekt nicht mehr unbekannt.

Einen Kaffee unter einen ihrer tollen Sträucher wäre genau das richtige. Völlig entspannte und nette Gespräche kamen zustande und Ideen wurden auf den Tisch gelegt. Das war ein toller Nachmittag und immer wieder wurde zu Spenden aufgerufen. Ich weiß, das in der Zeit, bis wir wieder gingen, eine sehr große Geldsumme zusammen kam.

Wir sehen uns am 16.6. etwa 15:30 im Bewegungspark in Adelebsen!

Leider musste  ich gegen halb vier wieder nach Hause, denn die Vorbereitungen für morgen sind noch nicht abgeschlossen.

Ein großer Dank geht an Familie Keydel-Bock für den schönen Nachmittag!

Morgen früh, treffen wir uns halb zehn am Erlebnispark Ziegenhagen und pünktlich 10 Uhr wird es weiter gehen, Richtung Hann.Münden. Wenn alles glatt läuft, werden Susi und ich etwa 14:30 Uhr da sein… Wir treffen uns am Rathaus. Bis dahin, eure Kathi

6. Juni Teil 2 … Kinderfest in Ziegenhagen

…viel zu spät aus Rosdorf weggefahren, haben wir das mit der Geschwindigkeit wieder rausgeholt. Von Göttingen über die A7 bis Hedemünden sind es nur ein paar Minuten mit dem Auto.

Auf dem Parkplatz wartete nicht nur Mike und Sarah, die Betreiber vom Erlebnispark,  sondern auch Wolfgang mit seiner Tochter (Schreibfehler bitte überlesen). Wir hatten uns verabredet, da er an derselben Behinderung leidet, wie ich. Ich erklärte ihm alles ganz genau und konnte ihm noch einige Tipps geben.

Für mich war es toll, als ich hörte, dass er bereits einen Termin bei Herr Thies im Sanitätshaus O.R.T. hat,  ich hoffe es funktioniert auch und ich drücke die Daumen.

Wir kamen in den Erlebnispark rein und wurden gleich von Freunden, Bekannten und Gästen begrüßt. Natürlich war ich auch glücklich dort meine Bianca (meine Begleiterin von Freitag) mit Sohnemann, Onkel Jürgen mit Kids, Rosi,  Frank mit Familie, sogar meine Lieblingsfrisörin (von Stylebox) Moni kam mit Freunden und Kind, zu treffen.

Hach, wie schön das ist, wenn die ganzen lieben um einen sind.

Die KIMBU-Mädels waren auch mit am Start, dann konnte das Fest ja starten. Mia (5) versuchte ich zu überreden, dass wir uns jetzt anmalen lassen bei Gaby, sie übernahm das Kinderschminken. Alle schauten mich an, das ist doch nur für Kinder?! Aber sind wir nicht alle öfter mal Kind oder wünschen uns dieses Gefühl zurück? Ich schon und ich genieße jeden solcher Momente.

Leider war eine lange Schlange vor dem Schminktisch und vor drängeln ging ja auch nicht, also wurde ich kurz erwachsen und wir gingen ins Restaurant, damit wir alle einen Kaffee und eine Kleinigkeit essen konnten. Uns wurden einige Tische zusammengeschoben, so konnten wir alle vom tollen Verlauf des Projektes plaudern.

Plötzlich ein lautes Knallen! Alle Blicke auf mich, denn ich wollte nur noch flüchten und hab vor Schreck den Stuhl umgestoßen.

Da standen neben mir drei sehr seltsam gruselige Gestalten. Eine davon, sie war 315 Jahre jung und hatte den attraktiven Namen Babajagga, hielt ein große Vogelspinne in der Hand. Na Super! Ich sterbe beim Anblick von Spinnen und Pferden, aber das da, war irgendwas dazwischen. Dieses Vogelspinnentier muss mutiert gewesen sein und bewegte sich dreist ohne Pause. In wenigen Sekunden würde mein Projekt „Kathi-geht“ sterben, denn dieses Tier verspeist mich sicher am Stück, nach dem es mich anspringen würde…
Die beiden halbtoten Begleiter stellten sich freundlich vor und dachten bestimmt, welch schreckliche Manieren ich doch hätte, schließlich lies ich „Preshis“ ( ja das Ding hatte tatsächlich einen Namen) nicht aus den Augen! Zu groß war die Gefahr nur 5 Meter vor mir.

Wir drei heckten einen Plan aus, so kam ich doch noch zu meinem Kinderschminken :-)
Abseits von allen anderen schmiedeten wir die Gruselgeschichte und schon wurde ich von Gaby zurecht gemacht. Halb fertig sagte sie ganz trocken: “ Hey Kathi, du solltest öfter mal an die frische Luft, du siehst ja scheußlich aus! Auch Bewegung an der frischen Luft würde dir mal ganz gut tun…!“ Mein Komikzentrum wurde getroffen und ich lachte derart, dass ich beinah ihre Arbeit zunichte machte. Als ich fertig war, warteten wir zu viert und schauten zu, als der Luftballon-Weitflug-Wettbewerb starte und mehrere dutzend Luftballons sich in den Himmel hoben.

Die ganze Kulisse dazu war einfach atemberaubend und romantisch.

Nun kamen die ersten Kinder um an der Gruseltour teilzunehmen. Ich Kindskopf hatte ja meinen Spaß, aber habe darauf geachtet, dass die kleinen nicht zuviel Angst vor uns hatten. Also nahm ich den einen und anderen kleinen Zwerg an die Hand. Wie schön das ist, wenn diese kleine Menschen dir blind vertrauen und ihre andere Sichtweise der Dinge erklären. Das hätte ich gern öfter.  Leider war auch unsere Tour viel zu schnell vorbei und ich freute mich, dass auch viele Erwachsene dran teilnahmen, wie zum Beispiel Herr Rudolph vom Göttinger Tageblatt. Er war am Ende auch etwas blass um die Nase 😉  Ausgetobt hat er sich aber heimlich auch, er hatte ja keine Ahnung, dass wir ihn erwischten.

Dann kam die Durchsage, dass der Park bald schließen würde, aber ich wollte doch unbedingt noch einmal mit Pendelbahn fahren. Als ich das laut ningelnd von mir gab, entdeckte Babajagga ihre alten Lebensgeister und wir zwei sind ziemlich zügig zur Bahn und Tatsache, nur noch zwei Kinder vor uns, dann konnten wir fahren. Das macht so einen gaudi, wenn ihr das noch nie gemacht habt, dann fahrt dorthin, werdet Kind und denkt an mich :-)

Ich werde regelmäßig dort anzutreffen sein. Auch mit den drei Schauspieler bleibe ich in Kontakt und werde mit ihnen im August ein weiteres Mal im Erlebnispark Ziegenhagen ein Event starten.

Für heute war das Fest leider zu ende und wir mussten uns alle mit einem tränenden Auge verabschieden.

Zum Schluss wurde mir von Sarah und Mike eine prall gefüllte Spendenbox übergeben, das war ja kaum zu fassen.

So ein toller Tag und dann haben alle noch fleißig gespendet! Vielen lieben Dank an alle und bis ganz bald :-)

6. Juni die 1. Rosdorf steht auf und Kathi sagt „Danke!“

Ich habe selber erst am Mittwoch von dem Rosdorfer Vorhaben erfahren.
Der ganze Ort war so sauer, was uns am Sonntag passierte und sie wollten das nicht auf sich sitzen lassen. Ich wurde von Peter Scholz von Suppen-Cultur angerufen und eingeladen.

Ich habe natürlich sofort zugesagt, ich war so begeistert von der Spontanität  und dem Engagement von den Rosdorfern. Ich war ziemlich unpünktlich etwa 10:30 angekommen, der Freitag steckte mir doch noch sehr in den Knochen.

WOW, was da in so kurzer Zeit organisiert wurde, es waren ja gerade mal 5 Tage Zeit, war unglaublich.

Für die Kinder stand eine tolle Hüpfburg bereit, für uns „Großen“ gab es ein Bratwurststand und der Wagen der Suppen-Cultur.

Ich bedankte mich erst einmal bei allen Organisatoren, Familie Eikenberg, Imrints Rosdorf; Matthias Jacobs, Rewe Rosdorf; Peter Scholz von Suppen-Cultur;  MTV Rosdorf und  Dr.Markus Thiele, Kanzlei Kleinjohan.

Und nun mal schnell zu Hüpfburg, endlich wieder hüpfen. Aber, ich wurde gleich von einen paar Kindern aufgeklärt: “ Mit Schuhen darfst du da aber nicht drauf!“ Mist, das wird nichts, ohne Schuhe gibt es keinen Druck auf den Fußsensor und schon kann ich nicht laufen. Erst hab ich gelunzt, wenn keiner guckt, merkt es keiner…. Nein Kathi, das macht man nicht, das wäre ein schlechtes Vorbild!

Herr Gebauer von O.R.T. kam auch vorbei, da hab ich mich riesig gefreut und wir konnten ein bißchen fachsimpeln 😉

Aber nun sollte ich auch mal was tun, also hab ich mich dann zu der zweiten Kathi gestellt, direkt in den Wagen der Suppen-Cultur. Zugegeben, ich habe mich echt etwas doof angestellt. Ich denke der Herr, der die doppelte Postion bekam, aber nur die kleine zahlen musste, freut sich immer noch 😉

Plötzlich hörte ich gaaanz viele kleine Kinderstimmen, die im Chor meinen Namen riefen. Was war das? Wo kam das her?    Da standen ganz viele Kinder, viele Eltern und Lehrer in einer Gruppe und noch bevor ich saß und schon wieder sprachlos war, begann eins der tollsten Lieder, die je gehört habe! “ Kathi, wir singen, singen steckt an….“ Ich könnt schon wieder mit trällern. Das war echt verrückt, diese süßen Kids standen da und sangen voller Energie. Das war Großartig. Ich hatte auch vier Mädels sofort wieder erkannt von Sonntag und ich rief sie zu mir, Janna, Hedi, Pia und Leni
Wir setzten uns etwas abseits und plauderten über den tollen Gesang und über die letzten Tage.

Da sah ich dann gute Freunde von uns, das ist für mich dann immer noch etwas besonderes. Ich musste die drei mal ganz doll drücken! Schön dass ihr auch da ward, Olli, Tatjana und Amy.  Leider verflog die Zeit so schnell, dass wir schon viel zu spät dran waren.
Wir wollten ja 14 Uhr schon im Erlebnispark Ziegenhagen sein.

Vielen Dank Rosdorf, es war toll! Bis ganz bald, denn ich komme wieder :-)

Rosdorf steht auf! ...und Kathi geht mit.
Rosdorf steht auf! …und Kathi geht mit.

unser „Christian Nowak“ Weg und der heißeste dazu…

Heute soll der heißeste Tag der Woche werden… hallte es aus dem Radio. Na dann, werden wir wenigstens braun, andere müssen dafür viel Geld zahlen.  Meine größte Sorge lag darin, sitzen die Haare richtig, wie sieht das Make Up aus?!
Schließlich macht sich auch  SAT1 Regional auf den Weg, um einen Bericht über mein Projekt  zu drehen. SAT1 Reportage ansehen…

Ich war beruhigt, als meine Freundin Bianca klingelte, Sachen waren alle gepackt und ich war Startklar. Heute ging nicht alles so fließend, denn ich durfte meine NeurO.R.T.hese noch nicht drum machen, Sat1 wollte noch eine Rolliszene im Kasten haben. Ich wusste ja, es würde nur noch einmal für einen kurzen Moment sein.

Mein Herzblatt  fuhr uns wieder zum Restaurant Biewald, wo wir ja vorgestern ankamen. Auch diesmal hatte Familie Raub wieder alles ganz süß vorbereitet, Kaffee stand für alle da und kleine Leckereien. Ich dachte noch, wenn ich jetzt zu viel esse, müsse ich vor der Kamera die ganze Zeit den Bauch einziehen, also blieb es erst einmal beim Kaffee.

Danach ging alles ziemlich schnell. Erst hatte ich ein sehr entspanntes Telefoninterview mit Radio 21 und als wir fertig waren, stand schon das Kamerateam in den Startlöchern. Meine Freundin Susi war auch wieder mit am Start und sie traf ein.
Völlig geduldig und sehr respektvoll war die Arbeit mit diesem tollen Team und wir konnten eine Szene nach der anderen abhaken.
Dann hatte ich sie wieder am Bein! Mein Baby! Und schon ging es los, endlich…

Das Kamerateam begleite uns noch eine ganze Weile, aber das seht ihr Montag oder Dienstag 17:30 auf Sat1 Regional, ich bin auch schon gespannt.

Wir waren gerade in Marzhausen angekommen, da hielt ein Auto mitten auf der Strasse und eine Frau kam auf uns drei zu und wir hatten ein tolles und emotionales Gespräch mit Frau Burose, sie hat uns dann noch eine Spende in die Hand gedrückt und uns die Daumen gedrückt, dass wir diesen Tag gut durchhalten.
Zu der Zeit waren wir sowas von überzeugt davon.
Wir machten uns aber zügig weiter, wir wollten irgendwo noch ein lecker Eis essen :-)
Weiter ging es in der Sonne nach Hermannrode (dieser Ortsname wollte einfach nicht in meinem Kopf bleiben) und am Ortseingang warteten schon Herr Enders und Frau Fahrenholz.

Wie sich dann herausstellte, holte Frau Fahrenholz ihren Nachbarn  (Herr Enders) vom Rasenmäher, denn schließlich erscheine KATHI ja gleich, sie hatte uns auf der Landstrasse mit dem Auto überholt. Also standen die zwei dort ganz lieb mit einer kühlem Flasche Wasser, die tatsächlich in wenigen Minuten leer war. Das war göttlich. wir haben mit den beiden noch eine Weile geplauscht, auch die beiden haben uns eine Spende in Hand gedrückt und sind dann weiter gezogen, wie gern hätte ich all die lieben Menschen, die wir trafen, einfach mitgenommen.

Wir hatten zu der Zeit etwa 30-35 Grad in der Sonne, jaaaa das war schon mal flauschig warm. Wir waren noch nicht durch den Ortskern, als uns wieder eine Frau skeptisch ansprach und wir 3 meinten, wir können uns im Schatten gern weiter unterhalten, aber schön wäre eine Sanitäre Entspannungsanlage (Toilette klingt so hart). Tatsächlich, Bianca überzeugte und wir durften alle mal bei ihr daheim ins Bad. Hände waschen kann bei dem Wetter so grandios wie selten sein. Wir sind dann zu viert an einen Brunnen an der Kirche und da haben wir drei unsere Pause eingelegt, während wir mit der netten Frau weiter sprachen.
Was die wohl von uns dachte?
Sie kannte das Projekt nicht, wunderte sich nur über die Aufmerksamkeit, die uns zuteil wurde. Fertig geschlemmt und getrunken, kam die Ansage von Susi und Bianca: “ Eincremen!“ Alles klar, es war wieder so weit. Hier Öl hin gesprüht, dort Sonnenschutz hin geschmiert und alle haben gegenseitig geholfen. Klebrig ging es wieder in die Sonne… Ich mochte die gerade nicht so gern sehen, ein Wölkchen oder ein Tröpchen wäre jetzt echt traumhaft.

Es ging plötzlich nur Bergauf, es muss der kleine Bruder vom Mount Everest gewesen sein, es hörte nicht mehr auf, aber irgendwann kam ein Waldstück. Schatten! Danke! Aber es wurde nicht besser, wir sprachen auch nicht mehr, es war echt anstrengend und ich dachte nur  `gleich sind wir an den Wolken, da wird´s kühler…´  nee, es wurde immer heißer. Wir unterhielten uns über Christian, ein junger Mann aus meinem Freundeskreis, der kürzlich an Krebs erkrankte und seinen Kampf gegen diesen Fiesling erst begann. Wir wussten, aufgeben zählt heute erst recht nicht. Wir haben viel über Christian geredet und wir waren uns einig, dass wir mit diesem Weg ihm viel Kraft geben können!

Und deswegen war der Name für diesen Weg mehr als perfekt in meinen Augen, auch wenn wir ihn Tage vorher aussuchten und entschieden hatten. Ich hoffe, er konnte etwas davon spüren.

Irgendwann dachte ich nur, wo zum Teufel sind wir und da tat sich vor uns ein imposantes Gebäude auf, das konnte doch nicht… doch, wir waren am Schloss Berlepsch. Es war schon sehr beeindruckend und wir verharrten kurz und schossen ein paar Bilder.

Die Sonne brannte gnadenlos. Inzwischen brach unsere Elektronik zusammen, Handyakkus, GPS und Navi verabschiedeten sich nacheinander. Herr je, wir verlaufen uns doch wieder, meinte ich zu den Mädels, aber im Gegensatz zu mir waren die beiden bestens vorbeireitet. Wir sind dann einen kleinen Weg runter, was für mich sehr schwierig ist, an dem „Hexenhäuschen“ vorbei und dann waren wir mitten im Wald. Der Weg war irgendwie weg. Ach, Brennnessel ist gut gegen Rheuma, aber sorry, soviele?!  Ich wollte es nicht mehr spüren, ich wollte ein Eis und einen Pool und überhaupt. Auf einmal, mitten im Wald, ein knirschen, das wurde sofort zum lauten Knacken und Poltern… ich war noch damit beschäftigt meine Herzklappe festzuhalten und wie ich sah, meine beiden Mädels auch, als ein riesiges Reh panisch an uns vorbei lief. Das arme Tier! Ob sie sich von diesem Schock irgendwann erholt? So wie das schaute, hat das arme Ding noch nie, wirklich nie, so etwas wie uns gesehen. Aber jetzt, wo ich darüber nachdenke, wie sollte es auch? Dort kamen das letzte mal Menschen lang, da war das arme Reh noch gar nicht geboren.

Gefühlte 8 Kilometer später, es waren sicher nur 2, kamen wir wieder an die Landstraße. Und es ging weiter, endlich Sonne… ich wollte kein Eis mehr, ich wollte nur noch ein Bett und 15 Liter in Eiswürfel verpackt… Wir blieben hart, wir sind am nächsten Café vorbei und liefen stramm weiter…
Jede träumte von anderen Sachen. Eine von einem eiskaltem Alster, ich von Döner mit Kaffee und Schatten und die nächste vom Meer. Ich hatte das Gefühl uns wieder verlaufen zu haben, wir mussten inzwischen in Afrika sein, anders war es gar nicht möglich auf einer Landstraße mit meinen Schuhen Abdrücke im Teer zu hinterlassen. Davon waren wir echt geschockt und ich hatte das Gefühl die Sonne versucht uns in die Knie zu zwingen.
Wenn doch nur Schatten käme. Inzwischen tat auch das atmen weh und man hatte das Gefühl, nur noch Teer zu atmen. Die Haut hat gebrannt, die vorbeifliegenden Autofahrer nahmen immer weniger Rücksicht, der Schweiß lief. Uns fiel auf, das wir gar nicht mehr Pipi mussten, obwohl wir soviel tranken. Da vorn, da ist ein Gebüsch, kurz vor Gertenbach! Da ist Schatten! Wir brauchten eine Pause. Mein Leberwurstbrötchen war unterwegs sauer geworden, kann ich ihm auch nicht verdenken. Susi hat mir dann ihr Käsebrötchen angeboten und nun kommt mein persönlicher Hammer. Ich nahm sehr dankbar das Brötchen, wickelte es aus, will rein beißen, da tropft mir doch tatsächlich der Käse auf die Hand. Es war kein Schmelzkäse. Ich musste so doll lachen. Wer hat sowas schon einmal erlebt? Ich nicht.

Wir waren viel zu spät dran, aber der letzte Kampf und wir sahen ja das Ziel schon, als wir uns umdrehten und am Horizont den Minibau des Schloss Berlepsch sahen, wussten wir, was wir da gerade geschafft haben.

Kurz vorm Ziel war eine Weide mit Pferden und Susi im Glück. Bianca ging mit zu ihr und wir genossen die Zeit mit diesen friedlichen Wesen, vielleicht gewöhne ich mich doch mal an diese Tiere. Jetzt wollten wir aber ankommen und eigentlich nur noch sitzen.

Da haben wir es gesehen!

Mit Kreide auf die Strasse geschrieben “ noch 100 m“  etwas später „Kathi GO GO“ , dann ein paar Meter weiter „Endspurt“ und da sahen wir die ganzen Menschen die da auf uns warteten und plötzlich ging ein riesen Applaus los.

Die letzten aufgemalten Zeichen „Ziel“…

Der Applaus, die Bürgermeisterin von Witzenhausen Frau Fischer, Mike und Sarah und ihre Eltern vom Erlebnispark, alle  Besucher, Familie Eikenberg von Imprints….
alle applaudierten und die ganze Anspannung, dieser brutale Weg, diese Hitze, alles fiel ab und bei uns drei liefen die Tränen vor Rührung und Erleichterung, es geschafft zu haben!

Es war unglaublich und wollte nicht aufhören. Was für ein emotionaler Empfang!

Lieber Christian, du schaffst diesen Weg auch! Dein Weg wird viel härter, aber wir stehen hinter Dir, möchten dir ganz viel Kraft mit auf diesen steinigen Weg geben und Dir zeigen, Du gehst den Weg nicht allein! Ich drück´ dich!